Frankreich läutet Ende seines Lottomonopols ein

Frankreich läutet Ende seines Lottomonopols ein

Nach fast 90 Jahren soll in Frankreich das staatliche Lottomonopol fallen: Die Regierung gab am Donnerstag den Startschuss für den geplanten Börsengang am 21. November. Anleger können ab sofort Aktien vorzeichnen. Dem französischen Staat winken durch die Privatisierung Einnahmen in Milliardenhöhe.

Der französische Staat will 52 Prozent der Anteile an der Lottogesellschaft Française des Jeux (FDJ) an die Börse bringen. Sein eigener Anteil soll dadurch von derzeit 72 Prozent auf 20 sinken. Das französische Wirtschaftsministerium legte nun den Ausgabepreis in einer Spanne von 16,50 bis 19,90 Euro pro Aktie fest.

Die Regierung verspricht sich Einnahmen von mehr als einer Milliarde Euro. Wahrscheinlich ist nach einer AFP-Berechnung ein Erlös von 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire wirbt seit Wochen gezielt um das Geld von Kleinanlegern. Für zehn gekaufte Aktien soll es eine Gratis-Aktie geben, wenn eine Haltefrist von 18 Monaten eingehalten wird.

Die Lottogesellschaft FDJ ist aus der 1933 gegründeten National-Lotterie hervorgegangen. Sie ist eine der wenigen profitablen staatlichen Gesellschaften. Dazu gehören die klassische Lotterie sowie Sportwetten in eigenen Wettbüros.

In Frankreich ist es der erste Börsengang eines öffentlichen Unternehmens, seit 2005 der Energieversorger Electricité de France (EDF) an die Börse ging. Der Betreiber des Atomkraftwerk-Parks ist aus strategischen Gründen allerdings immer noch mehrheitlich in staatlicher Hand.