Macron und Blinken plädieren für verstärkte Zusammenarbeit

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US-Außenminister Antony Blinken beim Besuch der OECD. (AFP/Patrick Semansky)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat überraschend US-Außenminister Antony Blinken im Elysée empfangen. Es gehe darum, "Vertrauen wiederherzustellen", teilte der Elysée am Dienstag mit. Es war das erste Treffen des französischen Präsidenten mit einem hochrangigen US-Politiker nach der U-Boot-Krise, die Frankreich stark verärgert hatte. Blinken war zuvor mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian zusammengetroffen. Das Treffen mit Macron war nicht angekündigt gewesen.

Es herrsche Einigkeit, dass es derzeit "eine Gelegenheit gebe, die Zusammenarbeit in vielen Bereichen zu vertiefen", sagte ein hochrangiger US-Vertreter vor Journalisten in Paris. "Es bleibt noch eine Menge harter Arbeit, um zu bestimmen, welche konkreten Aktionen dabei herauskommen", fügte er hinzu. Diese sollten Macron und sein US-Kollege Joe Biden dann bei ihrem nächsten Treffen Ende des Monats ankündigen. Das Treffen von Macron und Blinken habe etwa eine halbe Stunde gedauert.

Frankreich und die USA hätten viele gemeinsame Interessen, beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen EU und NATO, die Sahelzone und den indopazifischen Raum, hieß es im Elysée. Von US-Seite wurde das Treffen von Macron und Blinken als "positiv" und "produktiv" beschrieben. Blinken spricht fließend französisch, da er während seiner Jugend in Paris zur Schule gegangen war.

Die US-Regierung hatte vor zwei Wochen den Verbündeten Frankreich durch ein neues indopazifisches Bündnis und ein U-Boot-Geschäft mit Australien vor den Kopf gestoßen. Das neue Bündnis zwischen den USA, Großbritannien und Australien umfasst auch den gemeinsamen Bau von Atom-U-Booten für Australien. Dafür ließ Australien ein lange geplantes, milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen.

Die französische Regierung reagierte extrem verärgert und beorderte unter anderem ihre Botschafter aus Washington und Canberra zu Konsultationen nach Paris. Le Drian sprach von einem "Dolchstoß in den Rücken". Vergangene Woche telefonierten dann US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, um den Streit zu entschärfen. Sie vereinbarten dabei "vertiefte Konsultationen" und ein Treffen Ende Oktober in Europa.

Blinken hatte Le Drian bereits vergangene Woche am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Beide hatten anschließend erklärt, die Beilegung des Streits werde Zeit in Anspruch nehmen.

kol/isd

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