Frankreichs Senat stimmt für Klimaneutralität bis 2050

Hitzewelle in Europa

Frankreich will sich auf Klimaneutralität bis 2050 verpflichten: Der Pariser Senat machte dafür in der Nacht zu Freitag den Weg frei. Das Oberhaus stimmte in erster Lesung einem Klima- und Umweltgesetz zu, das einen Ausgleich für alle dann noch entstehenden Emissionen vorsieht. Präsident Emmanuel Macron strebt eine solche Vorgabe auch auf EU-Ebene an.

Das Gesetz sieht daneben auch vor, den Energieverbrauch aus fossilen Quellen bis 2030 um 40 Prozent zu senken und die letzten Kohlekraftwerke bis 2022 abzuschalten. Möglich wird dies durch ein längeres Festhalten an der Atomenergie. Nach dem Gesetz soll der Atomanteil an der Stromproduktion nun erst 2035 auf 50 Prozent gesenkt werden - die sozialistische Vorgängerregierung wollte dies bereits zehn Jahre früher erreichen.

Der von Konservativen beherrschte Senat verschärfte das Gesetz noch. Er verlangte einen schnelleren Ausbau von Windparks auf dem Meer, Biogas und Wasserkraft.

Die Regierung begründet das Gesetz mit einem "ökologischen und Klima-Notstand", den das französische Parlament bereits im Juni erklärt hatte. Die Vorlage geht nun zunächst in den Vermittlungsausschuss. Ein abschließendes Parlamentsvotum wird nach der Sommerpause erwartet.

Für Anfang der kommenden Woche sagen Meteorologen in Frankreich eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von örtlich über 40 Grad voraus. Ende Juni war im Süden des Landes mit 45,9 Grad Celsius ein neuer Hitzerekord gemessen worden.