Französische Filmlegende Claude Brasseur ist tot

teleschau
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Mit seiner Rolle im Film "La Boum" wurde er in Deutschland 1980 bekannt. Nun ist die französische Schauspielgröße Claude Brasseur im Alter von 84 Jahren gestorben.

Im Jahr 1980 wurde Claude Brasseur an der Seite von Sophie Marceau durch die Teenager-Komödie "La Boum - Die Fete" in Deutschland bekannt. Nun ist der französische Schauspieler im Alter von 84 Jahren gestorben. Dies teilte seine Agentin Elisabeth Tanner mit. Er sei "friedlich im Kreis seiner Angehörigen" gestorben, das Coronavirus habe nichts mit seinem Tod zu tun. Der Schauspieler soll auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise beigesetzt werden.

Brasseur wirkte in seinem Leben in zahlreichen Filmen mit, nachdem er bereits in den 50er-Jahren im Theater Fuß gefasst hatte. In seiner 70-jährigen Filmlaufbahn spielte er in mehr als 150 Filmen mit. Brasseur war zweimal verheiratet, zuletzt mit Michèle Cambon. Ihr gemeinsamer Sohn Alexandre ist ebenfalls als Schauspieler tätig.

Der Durchbruch gelang Charles Brasseur mit dem Film "Die Außenseiterbande" (1964) von Jean-Luc Godard. In Deutschland bekannt wurde er durch seine Rolle in der Teenager-Komödie "La Boum - Die Fete", als er den Vater eines verliebten Teenagers (Sophie Marceau) spielte. Für den Film "Eine einfache Geschichte" stand er 1978 mit Schauspielerin Romy Schneider vor der Kamera.

Auch in den letzten Jahren war Brasseur weiterhin als Schauspieler tätig: 2006 spielte er in dem leichten Feel-good-Movie "Ein perfekter Platz" eine kleinere Rolle als Kunstliebhaber Jacques, in der französischen Mainstream-Komödie "Frühstück bei Monsieur Henri" (2015) übernahm er die Titelrolle, 2018 stand Brasseur für die Komödie "Liebe bringt alles ins Rollen" vor der Kamera. Der Schauspieler wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem französischen Filmpreis César für seine Rollen in "Ein Elefant irrt sich gewaltig", "Ein großer und ein kleiner Gauner" und "Der Polizeikrieg".

Einer der populärsten Filmdarsteller seiner Generation

Neben Jean-Paul Belmondo und Alain Delon war Brasseur der populärste Filmdarsteller seiner Generation. Für Diskussionen sorgte hierzulande seine Rolle als Filmvater von Sophie Marceau in "La Boum", denn nur kurz darauf spielte er in der Tragödie "Absturz zur Hölle" ihren Ehemann.

"Schaut sie an, wie hässlich sie sind", sagte der Lehrer auf der Pariser Schauspielschule über seine beiden Eleven auf der hintersten Bank: Claude Brasseur und Jean-Paul Belmondo. "Wegen unserem Aussehen haben wir lange Zeit keine Engagements bekommen", erinnerte sich Brasseur einst. Alain Delon, der Schöne, hatte es da immer ein bisschen leichter. Obwohl Claude Brasseur aus einer angesehenen Schauspielerfamilie stammte: Vater Pierre Brasseur, neben dem er beigesetzt werden soll, begeisterte in "Die Kinder des Olymp", Mutter Odette Joyeux agierte vor der Kamera und dahinter als Szenaristin und Dialogautorin. Die Reihe lässt sich fünf Generationen in die Vergangenheit zurückverfolgen.

Trotz der unterschiedlichen Startbedingungen ist aus Delon, Belmondo und Brasseur ein Triumvirat geworden. Die Jugend ging vorbei, die ganz großen Rollen (bei Brasseur war es "Wiesenstraße Nr. 10" mit Jean Gabin) ebenfalls. Wie seine beiden Kollegen drehte der Familienvater jedes Jahr regelmäßig seine zwei bis drei Filme, meist Komödien und Liebesgeschichten, die nur selten in deutsche Kinos gelangten und auch in Frankreich nicht der große Hit waren. Wie "Gefährlich lebt sich's besser" (mit Annie Girardot) und der Film "Dancing Machine" (1991) nach Paul-Loup Sulitzer. Produzent und Co-Star: Alain Delon. Doch jede Rolle spielte er überzeugend, gab ihr einen ganz eigenen Charakter. Man sah ihn gerne spielen, man glaubte ihm. Und genau das machte Claude Brasseur zum Superstar.