Französische Unternehmenschefs warnen vor Le Pen

Marine Le Pen will Präsidentin Frankreichs werden

Wenige Tage vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl haben mehrere französische Unternehmenschefs eindringlich vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen gewarnt. Der Chef des Wasser- und Energiekonzerns Veolia, Antoine Frérot, sagte der Zeitung "Les Echos" vom Dienstag, Le Pens Plan zum Ausstieg aus dem Euro würde eine "wirtschaftliche Katastrophe für die französischen Unternehmen und Bürger" bedeuten. Die Folge wären steigende Preise unter anderem für Importgüter.

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Reifenherstellers Michelin, Jean-Dominique Senard. Er sagte der Zeitung, seine Firma müsste im Fall eines Ausstiegs aus der Gemeinschaftswährung die Preise für die Kunden erhöhen, um noch rentabel zu sein.

Der Chef des IT-Dienstleisters Atos, Thierry Breton, betonte, die Wahl Le Pens würde zu einer "verheerenden Unsicherheit" für die Wirtschaft führen. Die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen würden unmittelbar nach der Wahl "explodieren". Für Frankreich würde es damit im Vergleich zu Deutschland deutlich schwerer, seine Staatsschulden zu senken.

"Les Echos" zitierte zudem aus einem Brief des deutschen Airbus-Chefs Tom Enders an Le Pens Konkurrenten Emmanuel Macron. Enders sagt dem früheren Wirtschaftsminister darin seine "volle Unterstützung" für die zweite Wahlrunde am Sonntag zu. Laut Umfragen kann Macron in der Stichwahl auf rund 60 Prozent der Stimmen hoffen, Le Pen käme auf 40 Prozent. Allerdings sind zahlreiche Wähler noch unentschlossen.

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