Französischer Diplomat in Indien nach Vergewaltigungsvorwürfen freigesprochen

Mehr als vier Jahre nach den Aufsehen erregenden Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen französischen Diplomaten in Indien hat ein Gericht den Mann freigesprochen. Der Diplomat sei von einem Gericht im südindischen Bangalore in erster Instanz freigesprochen worden, hieß es am Mittwoch aus französischen Botschaftskreisen in Neu Delhi. Die Anwälte des Mannes sagten der Nachrichtenagentur AFP, damit gehe "ein Albtraum zu Ende". Der Diplomat war im Juni 2012 nach einer Anzeige seiner Ehefrau festgenommen worden, die ihm die Vergewaltigung der gemeinsamen dreijährigen Tochter vorwarf.

Der Fall hatte in Indien hohe Wellen geschlagen und zeitweilig auch die obersten Regierungsstellen in Frankreich beschäftigt. Kurz vor einer Indien-Reise von Frankreichs Präsident François Hollande 2013 waren die Anwälte des Diplomaten im Pariser Elysée-Palast empfangen worden, was zu Protesten unter anderem von Frauenrechtsaktivistinnen geführt hatte.

Der Freispruch sei eine "enorme Erleichterung", sagte der Diplomat selbst gegenüber AFP. Seine inzwischen von ihm getrennt lebende Ehefrau sagte indischen Medien, der Freispruch bedeute, dass ihre Tochter "keine Gerechtigkeit" bekomme. Sie kündigte an, in Berufung zu gehen.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen