Französischer Wahlkampf: Le Pen verteidigt sich gegen Plagiats-Vorwürfe

Die Präsidentschaftskandidatin hatte weite Teile einer Rede von Fillon übernommen.

Kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat die Rechtspopulistin Marine Le Pen eingeräumt, weite Teile einer Rede des ausgeschiedenen konservativen Kandidaten François Fillon übernommen zu haben. Sie übernehme dafür „vollkommen die Verantwortung“, sagte Le Pen am Dienstagabend im Fernsehsender TF1.

Wie bereits zuvor der Generalsekretär von Le Pens Partei Front National, Nicolas Bay, betonte später auch Le Pen selbst, sie habe „mit einem Augenzwinkern“ auf Fillons Äußerungen angespielt. „Es ist wahr, wir haben mit den Wählern von François Fillon teilweise die gleiche Vision von Frankreich, von seiner Größe, von der Rolle, die das Land in der Welt spielen soll“, sagte Le Pen.

Le Pens Alternative zur Globalisierung

Mitarbeiter Le Pens sagten zu Plagiatsvorwürfen, es handele sich nicht um den Diebstahl geistigen Eigentums, sondern um „eine kleine Anleihe“. In der Rede, die Le Pen am Maifeiertag bei einem Wahlkampfauftritt nördlich von Paris hielt, finden sich mindestens vier nahezu wortgleiche Passagen aus einer Ansprache Fillons vom 15. April. Darin ging es um Frankreichs große Bedeutung hinsichtlich seiner Geografie und seiner Sprache. Allerdings passte Le Pen die Rede für ihre Zwecke an: Während Fillon von einem möglichen Sonderweg Frankreichs in Abgrenzung zu Nationalsozialismus und Stalinismus gesprochen hatte, bezeichnete Le Pen diesen als Alternative zur Globalisierung und zur „islamistischen Ideologie“.

Fillons früherer Sprecher Damien Abad kritisierte das Vorgehen der Rechtspopulistin scharf: Die „groteske Plünderung“ der Rede zeige, „dass die Front National kein...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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