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Französisches Gericht verurteilt "Tinder-Vergewaltiger" zu 18 Jahren Haft

Ein französisches Gericht hat einen früheren Fotografen wegen zwölf Vergewaltigungen und drei sexuellen Übergriffen zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt. (Martin BUREAU)
Ein französisches Gericht hat einen früheren Fotografen wegen zwölf Vergewaltigungen und drei sexuellen Übergriffen zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt. (Martin BUREAU)

Ein französisches Gericht hat einen früheren Fotografen wegen zwölf Vergewaltigungen und drei sexuellen Übergriffen zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt. Der 38-jährige Marokkaner, der als "Tinder-Vergewaltiger" bekannt wurde, muss Frankreich dem Urteil vom Freitag zufolge verlassen. Er blieb emotionslos, als das Urteil verlesen wurde, während seine Opfer erleichtert aufatmeten. Mehrere Frauen standen nach der Sitzung auf, applaudierten, riefen "danke" und umarmten sich. In zwei der insgesamt 17 Fälle wurde der Ex-Fotograf freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte 19 Jahre Haft für den 38-Jährigen gefordert. Sie hatte ihm vorgeworfen, Frauen, die er in Onlinenetzwerken und auf Dating-Plattformen kennengelernt hatte, zu Foto-Shootings eingeladen zu haben und übergriffig gewesen zu sein. Meistens habe er ihnen Alkohol angeboten, woraufhin Frauen von einem Rausch und Schwäche berichteten. Aus Sicht der Ermittler deutete dies darauf hin, dass Drogen in den Getränken waren.

Die Frauen beschrieben anschließend eine plötzliche Verhaltensänderung beim 38-Jährigen. Sie sagten, er habe sich ihnen trotz ihrer Einwände aufgedrängt. Die Staatsanwaltschaft zitierte eine Frau mit den Worten, sie habe "von Anfang bis Ende geweint".

Der 38-Jährige wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und sagte, alle sexuellen Beziehungen seien einvernehmlich gewesen.

Er war 2016 festgenommen worden und saß zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft, ehe er unter richterlicher Aufsicht entlassen wurde und ein Berufsverbot als Fotograf erhielt. Nach neuen Vorwürfen wurde er im Juli erneut festgenommen. Die Ermittlungen zu den neuen Vorwürfen der Vergewaltigung und sexueller Übergriffe dauern an.

mhe/