Britische Polizei warnt vor erhöhter Terrorgefahr

Terroreinsatz in London

Gut fünf Wochen nach dem Anschlag auf das Parlament in London hat die Polizei die Briten vor einer erhöhten Terrorgefahr gewarnt. Die Polizei reagiere auf das "erhöhte Niveau terroristischer Aktivitäten", versicherte der Anti-Terror-Ermittler Neil Basu am Freitag. Er verwies auf die Festnahme eines mit Messern bewaffneten Mannes in unmittelbarer Nähe des Parlaments am Donnerstag und sechs weitere Festnahmen bei einem Anti-Terror-Einsatz im Norden der britischen Hauptstadt.

"Gestern war in London ein außergewöhnlicher Tag", sagte Basu. Der mit mehreren Messern bewaffnete 27-Jährige, der am Donnerstag unweit des Parlamentsgebäudes und des Amtssitzes von Premierministerin Theresa May unter Terrorverdacht festgenommen wurde, war seinen Angaben zufolge am Freitag weiter in Gewahrsam.

Der Mann sei "im Zuge einer laufenden Anti-Terror-Ermittlung gestoppt und durchsucht" worden, sagte Basu. Einzelheiten nannte er nicht. Der Verdächtige soll sowohl der britischen Polizei als auch dem Inlandsgeheimdienst MI5 bekannt gewesen sein.

Nur wenige Stunden später wurden nach Basus Worten im Zuge einer Anti-Terror-Razzia im Norden Londons sechs weitere Verdächtige festgenommen. Die Festnahmen erfolgten demnach nach einer Hausdurchsuchung im Vorort Harlesden und in Kent im Südosten Englands.

Bei der Razzia in dem Haus in Harlesden, das nach Polizeiangaben schon länger unter Beobachtung stand, wurde eine Frau durch Schüsse verletzt. Die angeschossene Frau sei ebenfalls im Visier der Ermittler gewesen und werde unter Polizeischutz in einem Krankenhaus behandelt, sagte Basu. "Ihr Zustand ist ernst, aber stabil", fügte der Anti-Terror-Ermittler hinzu.

Ein Zusammenhang zwischen den beiden Einsätzen nahe dem Parlament und in Harlesden bestand nach Polizeiangaben nicht. Basu geht nach eigenen Angaben aber davon aus, dass die bestehende Gefahr "in beiden Fällen" gebannt wurde. Er wolle "die Öffentlichkeit beruhigen, dass unsere Arbeit auf das erhöhte Niveau terroristischer Aktivitäten abgestimmt ist", sagte der hochrangige Polizeivertreter. Es gebe "fast täglich" Festnahmen.

In Großbritannien gilt seit August 2014 die zweithöchste Terrorwarnstufe 4. Erst vor gut fünf Wochen hatte es vor dem britischen Parlament einen Anschlag gegeben: Am 22. März war der mutmaßlich islamistische Attentäter Khalid Masood zunächst auf der Westminster-Brücke mit seinem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast, vier Menschen starben. Vor dem Parlament erstach Masood dann einen Polizisten, ehe er selbst erschossen wurde.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich. Es war der erste Anschlag in Großbritannien, den der IS für sich in Anspruch nahm. Die Polizei vermutet allerdings, dass es sich bei Masood um einen Einzeltäter handelte.

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