Frau bekommt Raucherlunge transplantiert – und stirbt an Krebs

Jennifer Wederell schob ihre Hochzeit um zwei Jahre auf, die geschwächte Mukoviszidose-Patientin wartete auf eine Spenderlunge. Nach erfolgreicher Operation heiratete die 27-Jährige ihren Freund. Doch ein Jahr später starb sie. Die neue Lunge hatte ihr den Tod gebracht.

Jennifer Wederell bekam eine Raucherlunge eingesetzt. (Foto: Thinkstock)Als Jennifer Wederell zwei Jahre alt war, stellten die Ärzte fest, dass sie an Mukoviszidose litt. Die Stoffwechselkrankheit verstopft die Lunge und anderen Organe mit zähem Schleim. Jennifers Bruder Richard erlag der Krankheit mit nur 23 Jahren, wie die Zeitung „Daily Mail“ berichtete. Jennifer sollte nur wenige Jahre älter werden.

2007 lernte die aus Essex stammende junge Frau durch Freunde ihren späteren Ehemann kennen, 2009 verlobten sich die beiden. Bis dahin hatte sich Jennifers Gesundheitszustand so weit verschlechtert, dass das Paar entschied, die Hochzeit zu verschieben, bis ein Spenderorgan in Aussicht sei.

18 Monate musste Jennifer warten, bis im April 2011 endlich eine Lunge für sie gefunden wurde. Ein Arzt erklärte ihr die Risiken, und Jennifer stimmte der Transplantation zu. Doch sie erfuhr nicht, dass der Spender 20 Zigaretten am Tag geraucht hatte – obwohl in Großbritannien seit einigen Monate neue Transparenz-Richtlinien galten, nach denen Patienten von einem erhöhten Krebsrisiko durch Spenderlungen erfahren sollen.
  
„Das wäre der Zeitpunkt gewesen, um zu sagen: Der Spender war ein Raucher, deshalb gibt es ein erhöhtes Krebsrisiko. Wollen Sie weitermachen oder nicht?“, sagte der 28-jährige Witwer der Zeitung „Sunday Telegraph“. „Sie haben es nicht erwähnt. Hätten sie es getan, hätte Jennifer Nein gesagt.“
Die Transplantation im Harefield Hospital in Uxbridge schien ein Erfolg zu sein. Ein paar Monate später heiratete das Paar. „Hochzeiten sind immer fröhlich, aber das war etwas anderes“, sagte ihr damaliger Ehemann. Einige Monate später wurde ihr Glück zerstört: Die Ärzte diagnostizierten Lungenkrebs.

Jennifer Wederell starb am 24. August in ihrem Haus im Dorf Hawkwell in der englischen Grafschaft Essex. „Ja, sie hatte eine fantastische Hochzeit, aber ihr Tod war schrecklich“, sagte ihr Vater Colin Grannell der „Daily Mail“. „Ich hätte auf gute Zeiten verzichtet, um sie nicht so sterben zu sehen.“

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Jennifers Witwer setzt sich nun mit seinem Schwiegervater dafür ein, dass mehr Nichtraucher ihre Organe spenden. Denn der starke Mangel an gesunden Organen führt dazu, dass 40 Prozent aller transplantierten Lungen von Rauchern stammen. Ein Sprecher des Royal Brompton and Harefield Lungenzentrums erklärte, dass laut Studien die Überlebenschance eines Patienten, der eine Raucherlunge bekomme, höher sei als die eines Patienten ohne Transplantation. Der Sprecher gestand aber zu, dass Jennifer Wederell die Wahl hätte haben sollen.




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