Frau spricht über Spätfolgen von COVID-19: "Nicht ignorieren!"

Style International Redaktion
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Rachel Gunn, eine 28-jährige Frau aus Irland, hat auf Instagram über die schweren Folgen gesprochen, die sich zwei Monate, nachdem sie positiv auf das Virus getestet wurde, bei ihr einstellten.

Eine Frau aus Irland hat in einem erschreckenden Beitrag über die Symptome gesprochen, die sich zwei Monate nach ihrer Infektion mit COVID bei ihr einstellten. Foto: Instagram/RachelGunn77
Rachel Gunn aus Irland hat in einem erschreckenden Beitrag über die Symptome gesprochen, die sich zwei Monate nach ihrer Infektion mit COVID bei ihr einstellten. (Bild: Instagram/RachelGunn77)

“Ignoriert es nicht, wenn sich erst weit nach der COVID-Erkrankung Symptome einstellen”, schrieb sie in einem langen Text zu einem Foto, das sie in einem Krankenhausbett zeigt. “Das bin ich am 5. Januar 2021 im Krankenhaus mit MEHREREN Lungenembolien (Blutgerinnseln) in beiden Lungenflügeln”.

"Ich habe mich im Oktober 2020 mit COVID-19 angesteckt", fuhr sie fort. "Ich war ziemlich krank, lag fast zwei Wochen lang im Bett. Ich war kurzatmig, müde, hatte Glieder- und Kopfschmerzen usw. Als ich mich etwas besser fühlte, ging ich wieder zur Arbeit. Seitdem war ich nie wieder vollkommen in Ordnung. Ich litt drei Monate lang unter Erschöpfung, war gestresst und hatte schlimme Ängste. Wenn ich Sport trieb, hatte ich Schmerzen in der Lunge. Ich dachte allerdings, das seien ganz normale Folgen der COVID-19-Erkrankung. Ich habe einfach so weitergemacht und ein wenig Sport getrieben. Nach dem, was ich gelesen habe, würden die Symptome irgendwann besser werden."

Beide Lungenflügel voller Blutgerinnsel

Allerdings ging es ihr im Dezember in ihrer letzten Arbeitswoche vor Weihnachten "plötzlich" gesundheitlich sehr schlecht.

"Zwei Wochen lang war ich so kurzatmig, dass ich noch nicht einmal die Treppen hochgehen konnte, ohne das Gefühl zu haben, ich wäre gerade 5 km gejoggt. Selbst das Aufstehen, um auf die Toilette zu gehen, war fürchterlich anstrengend. Ich hatte Migräne, Herzrhythmusstörungen, Rückenschmerzen und war extrem erschöpft. Ich schlief täglich 15 – 16 Stunden und verbrachte trotzdem den ganzen Tag im Bett. Es wollte mir nicht besser gehen und meine Mutter sagte mir, ich solle ins Krankenhaus gehen. Ich wollte das nicht. Ich dachte, es sei zu viel Aufwand. Ich dachte, ich würde mich nur vorübergehend etwas müde fühlen und dass es den meisten so geht, die sich mit COVID-19 infiziert hatten.

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"In der Notaufnahme wurden meine Lungen geröntgt und es wurde deutlich, dass beide Lungenflügel voller Embolien (Blutgerinnsel) waren. Auch mein Herz war in Mitleidenschaft gezogen. Ich musste drei Tage im Krankenhaus bleiben und Blutverdünner einnehmen. Die muss ich mindestens ein Jahr lang, vielleicht auch länger, nehmen. Ich bin jetzt sehr anfällig für Blutgerinnsel und es wird mich bis ans Ende meines Lebens begleiten. Ich bin 28 Jahre alt, sportlich, Nichtraucherin, sonst gesund."

Im Januar wurde Rachel mit mehreren Blutgerinnseln in beiden Lungenflügeln ins Krankenhaus eingeliefert. Foto: Instagram/RachelGunn77
Im Januar wurde Rachel mit mehreren Blutgerinnseln in beiden Lungenflügeln ins Krankenhaus eingeliefert. (Bild: Instagram/RachelGunn77)

Rachel flehte ihre Follower an, ihre Geschichte zu teilen. Sie sagte, sie wolle, dass diejenigen mit COVID-19 in der Lage sind, die Warnzeichen zu erkennen, die sich danach einstellen können.

"An alle, deren Symptome Monate nach COVID-19 SCHLIMMER werden: Ignoriert es nicht! Extreme Kurzatmigkeit sollte man niemals ignorieren. Ich habe sehr viel Glück gehabt, dass die Embolien bei mir rechtzeitig entdeckt wurden."

Follower bedanken sich für die Offenheit

Ihre Abonnenten bedanken sich bei Rachel dafür, dass sie ihre Geschichte geteilt hat und wünschten ihr eine schnelle Genesung.

"Es ist so wichtig, diese Warnung zu teilen, Rachel", schrieb ein Nutzer. "Ich weiß, dass es nicht einfach für dich wird, aber ich hoffe so sehr, dass es dir schnellstmöglich besser geht. Ich bin froh, dass du rechtzeitig zum Arzt gegangen bist."

"Ich hoffe, es geht dir bald besser", so ein anderer Nutzer. "Ich hatte gerade einen Anruf von meinen Ärzten, die glauben, dass ich im November COVID-19 hatte. Ich bin nach der Krankheit nämlich auch noch nicht 100 prozentig wiederhergestellt. Danke, dass du deine Geschichte geteilt hast."

"Es tut mir so leid, dass du das durchmachen musstest", fügte jemand anderes hinzu. "Ich hoffe, dass es dir bald wieder besser geht. Danke fürs Teilen. Ich hoffe, viele Leute lesen es und halten sich an die Maßnahmen!"

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"Super, dass du deine Geschichte geteilt hast", schrieb jemand anderes. "COVID-19 ist wirklich schlimm (ich hatte es selbst und war monatelang krank) und zu viele Menschen nehmen es nicht ernst. Ich hoffe, wegen deiner Geschichte wachen mehr Menschen auf. Ich hoffe, dass du bald wieder vollständig gesund bist. Pass auf dich auf.”

Laut dem Zentrum für Kontrolle und Prävention von Krankheiten gehören zu den am häufigsten verbreiteten langfristigen COVID-19-Folgen Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Husten sowie Schmerzen in Gelenken und Brust.

Andere Folgen, von denen Betroffene berichten, sind Konzentrationsmangel und Schwierigkeiten, klar zu denken, Depressionen, Muskel- und Kopfschmerzen, intermittierendes Fieber und Herzrhythmusstörungen.

Zu den schwereren Folgen, von denen berichtet wurde und die verschiedene Organsysteme im Körper betreffen, gehören:

  • Herz-Kreislauf: Entzündung des Herzmuskels

  • Atemwege: Abnormale Lungenfunktion

  • Nieren: Akute Nierenverletzung

  • Haut: Ausschlag, Haarausfall

  • Neurologisch: Probleme mit dem Geruchs- und Geschmackssinn, Schlafstörungen, Schwierigkeiten mit der Konzentration und dem Gedächtnis

  • Psychisch: Depressionen, Ängste, Veränderungen der Stimmung

Marni Dixit

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