Frauen mit Kopftuch klagen über Diskriminierung in Frankreich

"Lass mir mein Kopftuch" - Eine Muslima bei einer Demonstration in Paris

Diskriminierung bis hin zu verbalen Angriffen - darunter leiden viele Frauen mit Kopftuch in Frankreich. In einer am Mittwoch in Paris veröffentlichten Umfrage bei Muslimen gaben sechs von zehn Kopftuch-Trägerinnen an, mindestens einmal in ihrem Leben diskriminiert worden zu sein. Fast vier von zehn dieser Frauen berichteten zudem von Beleidigungen oder Beschimpfungen im Alltag. Auch bei der Arbeitssuche sind die Kopfbuch-Trägerinnen laut der Untersuchung des Instituts Ifop überdurchschnittlich oft von Diskriminierung betroffen.

In Frankreich war der Streit um das Kopftuch zuletzt wieder voll entbrannt: Der vom bürgerlichen Lager dominierte Senat stimmte Ende Oktober dafür, muslimischen Müttern bei Schulausflügen das Tragen der Kopfbedeckung zu verbieten. Die Regierung lehnt dies jedoch ab. Präsident Emmanuel Macron warnte, ein solches Verbot würde Frauen "demütigen".

Ifop befragte für die Studie bis September gut tausend französische Muslime im Auftrag einer Expertengruppe der Regierung gegen Rassismus (Dilcrah) sowie der Jean-Jaurès-Stiftung der sozialistischen Partei.