Freiburger Fan-Zug : Gutachten: Heizungsdefekt löste Brand in Sonderzug aus

Rund drei Monate nach dem Brand in einem Sonderzug von Freiburger Fußballfans in Berlin halten Fachleute einen technischen Defekt für die Ursache. Das Feuer sei durch einen Fehler in der Heizung und die damit verbundene Überhitzung der Anlage ausgelöst worden, hieß es in einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU). Damit wurden erste Annahmen der Bundespolizei am Montag bestätigt. Zuvor hatten mehrere Medien über das Gutachten vom Freitag berichtet.

Nach dem Unfall mit drei Leichtverletzten war auch spekuliert worden, dass Pyrotechnik der Fans eine Rolle gespielt haben könnte. Nun hieß es, es lägen „keine Erkenntnisse vor, dass das Ereignis auf die Einwirkung Dritter zurückzuführen ist“. Mit dem Zwischenbericht ist die Untersuchung nicht abgeschlossen. Die Ermittler würden sich laut BEU noch mit der Ausbreitung des Brandes und mit Fragen der Instandhaltung des Zuges beschäftigen. Der Zug war 1954 gebaut worden.

Erst verliert die eigene Mannschaft auswärts bei Union Berlin. Dann brennt es auch noch lichterloh im Zug. Mehrere Hundert Freiburg-Fans hatten am Samstag in Berlin ganz schön Pech - aber laut Feuerwehr doch auch Glück. Thomas Peise
Meterhoch schlagen die Flammen aus Waggonfenstern, eine Rauchfahne steigt in den Himmel: Ein Brand in einem mit Hunderten Fußballfans besetzten Zug in Berlin ist relativ glimpflich ausgegangen. Thomas Peise
Dabei waren die Umstände äußerst gefährlich, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Vier von rund 700 Fans des SC Freiburg wurden demnach leicht verletzt, drei von ihnen wurden im Krankenhaus wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt. --- / dpa
Ein Waggon des älteren Zuges brannte komplett aus. Offizielle Angaben zur Ursache gab noch nicht - spekuliert wurde aber über einen technischen Defekt. Fest steht zunächst nur: Es hätte auch ganz anders ausgehen können. Thomas Peise
Die Schweizer Centralbahn AG, um deren Zug es sich handelt, erklärte, man schließe einen technischen Defekt an dem betroffenen Wagen aus. Die Schadensursache wird derzeit von der Polizei untersucht. Thomas Peise
Die Flammen breiteten sich sehr schnell im Zug aus. Die reisenden hatten großes Glück, das nichts Schlimmeres geschah. Thomas Peise
Alle Waggons wurden von der Bundespolizei geräumt. Nachdem der Brand in einem der vorderen Waggons bemerkt worden war, betätigte laut Feuerwehr jemand die Notbremse, der Zug kam beim Berliner S-Bahnhof Bellevue zum Stehen. Das Feuer hatte sich dann rasant entwickelt, beim Eintreffen der Einsatzkräfte loderten die Flammen schon hoch. Julian Stähle / dpa
Die Fans an Bord verhielten sich sehr besonnen. In solchen Situationen bestehe die große Gefahr, dass Menschen eigenständig in Panik aussteigen. Dabei könnten sie auf den Gleisen mit der Stromschiene in Kontakt kommen oder von entgegenkommenden Zügen erfasst werden, hieß es. Thomas Peise

„Die Heizung ist immer ein neuralgischer Punkt. Dort sammelt sich immer viel Staub an, der rasch in Brand geraten kann“, sagte bereits im Oktober ein erfahrener Eisenbahner zu dem Fall. Die Polizei hatte aber zunächst in alle Richtungen ermittelt.

Auf der Internetseite der Fanorganisation „Supporters Crew Freiburg“, die den Zug gechartert hatte, war bereits am Sonntag nach dem Brand im Oktober von einem technischen Defekt die Rede gewesen. Mehrere Fahrgäste hätten bereits beim Einsteigen in den...

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