Freitag, 12.10.2018: Was Sie heute wissen müssen

Der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi soll ermordet worden sein. US-Präsident Donald Trump empfängt Musiker, darunter Rapper Kanye West, im Weißen Haus. Sowohl die Union als auch die SPD sinken im ARD-Deutschlandtrend auf ein Rekordtief. Und die Koalitionsparteien streiten über Bußgelder für Autobauer in der Dieselaffäre. Das sind die Nachrichten des Tages.

Türkei soll Aufnahmen über Ermordung Khashoggis haben

Der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi soll ermordet worden sein. (Bild: AP Photo/Jacquelyn Martin)

Die Türkei soll laut einem Medienbericht angeblich Aufnahmen besitzen, die einen Mord an dem verschwundenen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul belegen. Die türkische Regierung habe US-Vertretern über derartige Aufnahmen berichtet, schrieb die “Washington Post”.

Die Ton- und Videoaufnahmen sollen demnach zeigen, dass Khashoggi in dem Konsulat verhört, gefoltert und ermordet worden sei. Er hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in der türkischen Stadt betreten, um dort Papiere für seine Heirat mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem gilt er als vermisst. Vor mehr als einem Jahr war Khashoggi aus Angst vor politischer Verfolgung in seinem Land ins US-Exil geflohen.

Donald Trump empfängt Rapper Kanye West im Weißen Haus

Rapper Kanye West zeigt US-Präsident Donald Trump ein futuristisches Flugzeug auf seinem Smartphone. (Bild: AP Photo/Evan Vucci)

Rapper Kanye West hat am Donnerstag gemeinsam mit weiteren Vertretern der Musikszene US-Präsident Donald Trump in dessen Amtssitz in Washington besucht. Die Künstler waren dort laut „Welt“ zu einem Mittagessen im Rahmen der Unterzeichnung einer Musik-Urheberrechtsreform eingeladen worden.

Vor dem Essen stand ein Treffen im Oval Office auf der Agenda. Dabei soll Kanye West in einem ausgedehnten Monolog über Verbrechen in Chicago, die US-Industrie und die Gefängnisreform gesprochen haben. Er lobte währenddessen wiederholt den US-amerikanischen Präsidenten, präsentierte via Smartphone ein futuristisches Flugzeug, in dem er sich Donald Trump gut vorstellen könne, und umarmte den US-Präsidenten schließlich „Spiegel Online“ zufolge mit den Worten: „Ich liebe diesen Kerl.“

Union und SPD sinken auf Rekordtief

Die Umfragewerte für die Unionsparteien und die SPD sind so niedrig wie nie. (Bild: AP Photo/Michael Sohn)

Die Regierungsparteien befinden sich laut einer Umfrage auf Talfahrt: Sowohl die Union als auch die SPD schnitten in der Wählergunst so schlecht wie noch nie ab.

Wie die Werte des ARD-Deutschlandtrends zeigen, rutschte die Union um drei Prozentpunkte auf historisch niedrige 26 Prozent und die SPD von 18 auf 15 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Insgesamt sind 76 Prozent der Bürger weniger oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.

Die Grünen stiegen der Umfrage zufolge um drei Punkte auf 17 Prozent, die AfD hielt sich stabil bei 16 Prozent. Die FDP kletterte von acht auf zehn Prozent, sie würde damit gleichauf mit der Linken liegen, die bei zehn Prozent verharrte. Die größten Unzufriedenheiten ergaben sich bei den Themen Diesel (82 Prozent), bezahlbarer Wohnraum (78 Prozent) und Klimapolitik (73 Prozent).

Regierungskoalition streitet über Bußgelder zur Dieselkrise

Uneinigkeit zum Verfahren mit Autobauern in der Dieselaffäre herrscht aktuell zwischen den Regierungsparteien CDU, CSU und SPD. (Bild: AP Photo/Michael Sohn)

Union und SPD streiten sich über Bußgelder in Milliardenhöhe, die Autobauer im Rahmen des Dieselskandals zahlen sollen. Anfang Oktober hatte die Koalition im Dieselpaket beschlossen, dass die Hersteller für eventuelle Nachrüstungen älterer Dieselautos kostentechnisch aufkommen sollten. Doch die weigern sich.

Verkehrsminister Andreas Scheuer lehnt die Bußgelder ab. „Unser Konzept sind nicht Strafen und Verbote, unser Konzept sind Anreize und Förderungen und die Hilfe für die Millionen von Dieselbesitzern“, sagte der CSU-Politiker laut „Tagesspiegel“. Für Scheuer stünden damit nicht etwa Bußgelder für die Vergangenheit im Fokus, sondern vielmehr die Investition der Hersteller in die Zukunft, allein auch um Arbeitsplätze in der Automobilindustrie zu erhalten. Die SPD hingegen hatte den Druck auf die Autobauer erhöht, die Kosten für die Nachrüstungen zu übernehmen.