Freitag, 19. April 2019: Das müssen Sie heute wissen

Frank Brunner
Freier Autor
Brandsätze auf Polizeiautos im Stadtteil Creggan. Foto: Niall Carson/PA Wire

Furchtbare Gewalt in in Nordirland, neue Details über Trump und Deutschland mal wieder am Klimapranger: Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Schwere Ausschreitungen in Nordirland

  • 29-Jährige Frau erschossen

Am Rande der nordirischen Stadt Londonderry ist es zu Ausschreitungen gekommen. Menschen warfen Brandsätze auf Polizeiautos, es fielen Schüsse. Dabei starb eine junge Frau. Der Tod der 29-Jährigen werde als „terroristischer Vorfall“ behandelt, teilte die Polizei mit. Das Opfer soll in der Nähe eines Polizeiwagens gewesen sein, als sie von einer verirrten Kugel am Kopf getroffen wurde. Londonderry hat rund 85 000 Einwohner und liegt im Nordwesten der nordirischen Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Im Zuge der Brexit-Verhandlungen wuchs die Sorge, dass eine Einführung von Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und der auch künftig zur EU gehörenden Republik Irland ein über Jahrzehnte währender Konflikt zwischen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben und protestantischen Unionisten, die weiter zu Großbritannien gehören wollen, erneut entfacht.

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Trump wollte Ermittlungen verhindern

  • Bericht von Sonderermittler Mueller veröffentlicht

US-Präsident Donald Trump hat die Russland-Ermittlungen als Bedrohung seiner Präsidentschaft gesehen und versucht, diese abzuwenden. Das geht aus dem Bericht von Sonderermittler Robert Mueller hervor. Trumps Einflussversuche seien meist daran gescheitert, dass Mitarbeiter seinen Anweisungen nicht folgten. Beschrieben wird unter anderem, wie Trump im Frühjahr 2017 von Muellers Ernennung erfuhr. Laut Notizen einer Mitarbeiterin sei Trump daraufhin in seinen Stuhl zurückgefallen und habe gesagt: „Oh mein Gott. Das ist furchtbar. Das ist das Ende meiner Präsidentschaft. Ich bin erledigt.” Nach der gestrigen Veröffentlichung des Berichts gab sich Trump triumphal. Auf Twitter postet er „Game over”.

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Juncker kritisiert Deutschlands Klimapolitik

  • EU-Kommissionspräsident fordert Abkehr vom Auto

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bemängelt die deutsche Klimapolitik: „Ich staune, dass Deutschland die festgelegten Klimaziele ungenügend umsetzt”, sagte er. Die Bundesregierung wollte die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 senken – das Ziel gilt aber inzwischen als nicht mehr erreichbar. Zu einer möglichen Rücksichtnahme der Bundesregierung auf die Autoindustrie äußerte sich Juncker zurückhaltend. „Ich bin überhaupt kein Anhänger dieser Anti-Auto-Kampagne”, sagte er, fügte aber hinzu: „Wir brauchen einen Mobilitätswechsel und müssen stärker auf andere Verkehrsmittel setzen als auf das Auto.”

Hakenkreuz vor früherem jüdischen Wohnhaus

  • Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Unbekannte haben vor einem Haus im westfälischen Billerbeck ein mehrere Meter großes Hakenkreuz auf die Straße gemalt. Bei dem Haus handele es sich um die „Alte Gerberei”, die vor mehr als hundert Jahren von der jüdischen Familie Bendix errichtet wurde, teilte die Polizei mit. Mit Hinweistafeln werde auf die Geschichte des Gebäudes aufmerksam gemacht. Während des Holocausts waren viele Mitglieder der Familie Bendix deportiert und ermordet worden.

Diese Ereignisse werden heute wichtig:

Osterfeierlichkeiten beginnen

Tausende Gläubige gedenken am heutigen Karfreitag mit Papst Franziskus in Rom der Kreuzigung und des Todes Jesu. Nach einer Messe im Petersdom (17 Uhr) leitet das katholische Kirchenoberhaupt die Kreuzwegsprozession am Kolosseum (21.15 Uhr). In 14 Stationen wird der Leidensweg Jesu nachgestellt. Am Wochenende gehen die Feierlichkeiten mit der Osternachtsmesse am Samstagabend und der Ostermesse mit dem Segen „Urbi et Orbi” am Sonntag weiter.

Weitere Ermittlungen zum Busunglück auf Madeira

Auch am zweiten Tag nach dem Busunfall auf der Atlantikinsel Madeira ermitteln die Behörden weiter zur Unfallursache und versuchen, die hauptsächlich deutschen Opfer zu identifizieren. Augenzeugen zufolge könnte das Unglück mit 29 Toten auf einen technischen Defekt am Bus, möglicherweise auf ein Bremsversagen zurückgehen. Der verletzte Busfahrer konnte noch nicht befragt werden. Gestern war Außenminister Heiko Maas (SPD) auf die portugiesische Atlantikinsel gereist. Er besuchte die Unglücksstelle und dankte den Hilfskräften.

Tennis-Damen spielen gegen den Abstieg

Die deutschen Tennis-Damen spielen am Freitag und Samstag in Lettland im Fed Cup um den Verbleib in der Weltgruppe der stärksten Nationen. Im ersten Einzel trifft Andrea Petkovic auf die ehemalige French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko; danach tritt Julia Görges gegen Außenseiterin Diana Marcinkevica an. Die Entscheidung fällt am Samstag.

Gewinner des Tages…

…ist die US-Band „Cypress Hill”. Die kalifornischen Rapper durften am Donnerstag auf dem Hollywood-Boulevard ihren „Walk of Fame”-Stern enthüllt. Es ist die erste Auszeichnung für eine amerikanische Hip-Hop-Band mit lateinamerikanischen Wurzeln auf der Flaniermeile. Die Musiker, die mit Songs ihre Vorliebe für Marihuana feierten, rissen auch bei der Zeremonie Witze über Drogen. Er sei nicht bekifft, betonte Frontmann B Real (48). Doch statt eines Sterns hätten die Verleiher besser ein goldenes Hanfblatt in den Bürgersteig einlassen sollen. Seit 2018 ist der Konsum von Cannabis in Kalifornien legal.

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