Freitag, 14. Juni 2019: Das müssen Sie heute wissen

Frank Brunner
Freier Autor
US-Präsident Donald Trump (links) mit Sprecherin Sarah Sanders. Foto: Alex Wong / Getty Images

Polizei sucht 500 Rechtsradikale, Trump sucht neue Sprecherin und Rezo besucht Böhmermann: Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Trump-Sprecherin gibt auf

* US-Präsident lobt Sarah Sanders

Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders verlässt zum Ende des Monats das Weiße Haus. Trump twitterte: „Nach dreieinhalb Jahren wird unsere wunderbare Sarah Huckabee Sanders Ende des Monats das Weiße Haus verlassen und in den großartigen Staat Arkansas heimkehren.” Sanders sagte, dass sie mehr Zeit mit ihren drei Kindern verbringen will. Die Zeit im Weißen Haus lobte sie in höchsten Tönen. „Es war die Ehre meines Lebens.” Trump habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren enorm viel erreicht.

Haftbefehle gegen 500 Neonazis

* Mehrheit sind ganz normale Kriminelle

Die Zahl der mit Haftbefehl gesuchten Rechtsradikalen ist gestiegen. Sie lag Ende März bei 497 gegenüber 467 im September 2018. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Die meisten Täter wurden wegen Straftaten wie Diebstahl, Betrug oder Verkehrsdelikten gesucht. Um politisch motivierte Gewaltdelikte ging es bei 2,7 Prozent der nicht vollstreckten Haftbefehle. Überwiegend handelte es sich um Körperverletzungen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Insgesamt gehen die Behörden von bundesweit 185.000 offenen Haftbefehlen aus.

Christchurch-Attentäter plädiert auf „unschuldig”

* Gericht will Schuldfähigkeit prüfen

Mehr als drei Monate nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit insgesamt 51 Toten hat der mutmaßliche Täter am Freitag auf „nicht schuldig” plädiert. Der Rechtsradikale aus Australien war der Verhandlung per Video aus einem Hochsicherheitsgefängnis zugeschaltet worden. Dem 28-jährigen Brenton Tarrant droht lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft Tarrant 51-fachen Mord, 40-fachen Mordversuch sowie Terrorismus vor. Am heutigen Freitag geht es vor Gericht unter anderem um ein Gutachten zu seiner Schuldfähigkeit.

Israel bombardiert Gaza

* Bislang keine Opfer

Israelische Kampfflugzeuge haben in der Nacht zum Freitag Stellungen der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. Vorausgegangen war gegenseitiger Beschuss von militanten Palästinensern und der israelischen Armee, in dessen Verlauf eine Rakete aus dem Gazastreifen in der israelischen Stadt Sderot ein Gebäude traf und beschädigte. Niemand wurde verletzt. Auch bei dem israelischen Luftangriff in der Nacht gab es bislang keine Opfer.

DFB-Frauen im Achtelfinale

* Nächster WM-Gegner Südafrika

Deutschland steht bei der Fußball-WM der Frauen im Achtelfinale. Dank eines 1:0-Sieges von China über Südafrika hat das deutsche Team bereits vor dem letzten Spieltag mindestens Rang zwei in Gruppe B sicher. Zum Abschluss der Gruppenphase ist Südafrika am Montag Gegner der deutschen Nationalelf.

Neymar auf Polizeiwache

* Kicker bestreitet Vergewaltigung

Der brasilianische Fußballstar Neymar (27) verbrachte am Donnerstag rund fünf Stunden auf einer Polizeistation in Sao Paulo. Dort musste er wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn aussagen. Die Staatsanwältin erklärte danach, dass der Spieler „die Anschuldigungen bestreitet und auf alle Fragen zufriedenstellend geantwortet hat“. Die Frau, die ihn beschuldigt, sagte bereits bei der Polizei Sao Paulo aus.

Diese Ereignisse werden heute wichtig:

Innenminister beraten über Abschiebungen

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen am Freitag zum Abschluss ihres dreitägigen Treffens in Kiel Entscheidungen in den Bereichen Kriminalitätsbekämpfung, Abschiebungen und Polizei treffen. Nach Abschluss der Beratungen (12 Uhr) wollen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Schleswig-Holsteins Ressortchef Hans-Joachim Grote (CDU) sowie ihre Kollegen Boris Pistorius (SPD, Niedersachsen) und Lorenz Caffier (CDU, Mecklenburg-Vorpommern) Ergebnisse des Treffens vorstellen.

Merkel besucht Mieterbund

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an diesem Freitag (11.30 Uhr) als Gastrednerin beim Deutschen Mieterbund in Köln erwartet. Bei der Jahresversammlung des Mieter-Sprachrohrs dürfte Merkel den Unmut über steigende Mieten und knappen Wohnraum in Deutschland zu spüren bekommen. In Berlin treibt die Bürgerinitiative „Deutsche Wohnen und Co enteignen” ihre Pläne für bezahlbaren Wohnraum voran. Mit der Übergabe einer Unterschriften-Sammlung unternimmt sie den nächsten Schritt für ein Volksbegehren zu Enteignungen von Wohnungskonzernen.

Schweizer Frauen streiken

Zu einem Frauenstreik mit Kundgebungen und Aktionen im ganzen Land wollen am Freitag zehntausende Schweizerinnen auf die Straße gehen. Sie fordern vor allem gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Bei einer ähnlichen Aktion hatten 1991 nach Angaben des Sozialarchivs hunderttausende Frauen demonstriert.

Gericht berät über Assange-Auslieferung

Ein Gericht in London beschäftigt sich am Freitag mit dem Auslieferungsantrag der USA für Wikileaks-Gründer Julian Assange. Erwartet wird, dass Assange daran per Videoschalte aus dem Gefängnis teilnimmt. Die Anhörung soll um 11 Uhr beginnen.

Gewinner des Tages...

...ist Jan Böhmermann. Der hatte am Donnerstagabend den YouTuber Rezo zu Gast. Rezo sei von Talkshows, wie „Hart aber fair”, „Anne Will” und „Markus Lanz” eingeladen worden, habe sich aber für Böhmermanns ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale” entschieden, sagte Böhmermann sichtlich stolz. Rezos Video „Die Zerstörung der CDU” wurde bislang fast 15 Millionen mal geklickt. Der 26-Jährige hatte den 55-Minuten-Film kurz vor der Europawahl veröffentlicht und damit eine Debatte über Klimapolitik ausgelöst. Bei Böhmermann betonte Rezo, dass er für sein Video weder von Unternehmen noch von den Grünen bezahlt worden sei.