Freitag, 15.03.2019: Was Sie heute wissen müssen

In Neuseeland erschoss ein Attentäter mehrere Menschen in einer Moschee. Donald Trump erleidet im US-Senat die nächste Schlappe. London stimmt für eine Verschiebung des Brexit-Termins. Und der Flugzeughersteller Boeing stoppt die Auslieferung des Typs 737 Max. Das sind die Nachrichten des Tages.

Neuseeland: Mehrere Tote nach Angriff auf Moschee

Die Polizei nahe des Tatorts im Zentrum der neuseeländischen Stadt Christchurch. (Bild: AP Photo)

Bei einem mutmaßlichen Terror-Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Das sagte der zuständige Polizei-Chef Mike Bush am Freitag in der Hauptstadt Wellington. Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern mehrere Dutzend muslimische Gläubige verletzt.

Die Gesundheitsbehörden teilten mit, 48 Menschen mit Schusswunden würden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem “terroristischen Angriff”. Die Polizei nahm drei Verdächtige fest, darunter auch einen Australier. Zuvor war noch vier Verdächtigen die Rede gewesen.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Sorge vor weiteren Angriffen riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. An die Bevölkerung – insbesondere an Muslime – appellierte sie, zuhause zu bleiben: „Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.“

Weitere Schlappe für Trump: US-Senat stimmt für Ende des Notstands

Würde am liebsten im Alleingang durchregieren, wird aber vom US-Parlament ausgebremst: Donald Trump. (Bild: Getty Images)

Nur einen Tag, nachdem der Senat in Washington für ein Ende der Unterstützung Saudi-Arabiens im Jemenkrieg gestimmt hatte, votierte die Kammer mehrheitlich für ein Ende des Nationalen Notstandes. US-Präsident Donald Trump hatte den Notstand am 15. Februar 2019 verhängt, um die von ihm angestrebte Mauer zu Mexiko ohne parlamentarische Zustimmung finanzieren zu können.

Zwar haben die Republikaner im Senat die Mehrheit, doch stammte der Vorschlag, den Notstand zu beenden, von den Demokraten. Eine Mehrheit kam zustande, weil sich zwölf der insgesamt 53 republikanischen Senatoren den Demokraten anschlossen. Trump kündigte bereits an, ein Veto einlegen zu wollen. Um Trumps Einspruch zu überstimmen, wären sowohl im Senat als auch Repräsentantenhaus eine Zweidrittelmehrheit nötig.

Britisches Unterhaus stimmt für Verschiebung des Brexit-Termins

Premierministerin Theresa May muss nun in Brüssel um Aufschub bitten. (Bild: Reuters)

Am Donnerstagabend stimmte das Parlament in London mehrheitlich für einen Antrag, der Premierministerin Theresa May beauftragt, Brüssel um eine Verlängerung in Sachen Brexit-Austrittstermin zu bitten. 412 Abgeordnete stimmten dafür, 202 dagegen. Der eigentliche Brexit-Termin wäre der 29. März 2019 gewesen. Der neue Termin könnte nun der 30. Juni 2019 sein.

Eine Verlegung des Austrittstermins wurde in den vergangenen Tagen immer wahrscheinlicher, da man sich in London nicht über ein Brexit-Szenario einigen konnte. Sowohl ein No-Deal-Brexit als auch der Vorschlag von Theresa May wurden vom Unterhaus abgeschmettert. Knackpunkt bei den Verhandlungen ist der Grenzverlauf zwischen Irland und Nordirland, der nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU wieder zu einer Außengrenze würde.

Boeing stoppt Auslieferung von Typ 737 Max

Der Flugzeughersteller Boeing kämpft nach zwei Abstürzen mit seinem Image. (Bild: Getty Images)

Der US-Flugzeughersteller Boeing will vorerst keine Flugzeuge des Typs 737 Max mehr ausliefern. Ein Konzernsprecher sagte am Donnerstag: “Wir setzen die Lieferung der 737 Max aus, bis wir eine Lösung finden.” Die Produktion des Maschinentyps werde fortgesetzt, “aber wir bewerten unsere Kapazitäten neu”. Am vergangenen Sonntag war eine solche Maschine in Äthiopien abgestürzt, alle 157 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Erst im Oktober war eine Maschine des gleichen Typs in Indonesien verunglückt.

Etliche Länder reagierten nach dem zweiten Absturz innerhalb weniger Monate mit Flugverboten. Experten vermuten, dass es sich in beiden Unglücksfällen um technische Probleme handelte, die zum Absturz führten. Genaue Erkenntnisse sollen folgen: Am Donnerstag wurden die Flugschreiber der in Äthiopien abgestürzten Maschine nach Frankreich gebracht, wo eine Auswertung der Flugdaten stattfinden soll.