Freiwillige Helfer: Ex-Wahlhelfer kritisiert Ungleichbehandlung bei Entlohnung

Bedienstete bekommen einen Tag Urlaub für Einsatz im Wahllokal, Ehrenamtler nicht.

Sie richten das Wahllokal her, geben die Stimmzettel aus und wirken bei der Auszählung mit: Ohne freiwillige Helfer wäre es der Stadtverwaltung kaum möglich, die Landtagswahl am 14. Mai auszurichten. Der Dienst an der Demokratie beginnt für die meisten von ihnen am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr. Der Arbeitstag endet, sobald nach Schließung des Wahllokals um 18 Uhr das Ergebnis ermittelt ist. Als Dankeschön zahlt die Verwaltung ein sogenanntes Erfrischungsgeld, dass je nach Aufgabe 40 oder 60 Euro beträgt.

Doch gerade die Entlohnung sei das Problem, findet Wolfgang Laurisch, der vor Jahren selber Wahlhelfer war. Der 71-Jährige beschwert sich seither ebenso hartnäckig wie erfolglos über „die Ungleichbehandlung“ der Wahlhelfer. Ein nicht geringer Teil der 6500 Männer und Frauen arbeitet in der Stadtverwaltung – und genießt dadurch Vergünstigungen, die anderen verwehrt bleiben. Ihr Arbeitgeber gewährt ihnen einen Tag Sonderurlaub. So entstehe eine „ungerechte, unsoziale Honorierung“, findet Laurisch.

Noch fehlen rund 300 Helfer

Oberbürgermeisterin Henriette Reker sah das offenbar ähnlich, zumindest vor ihrer Wahl zur Stadtchefin. „Es handelt sich in der Tat um eine Ungleichbehandlung, die auf potenzielle ehrenamtliche Helfer, die nicht Mitarbeiter der Stadt Köln sind, ungerecht und befremdlich wirkt“, teilte sie Laurisch auf dessen Beschwerde hin im OB-Wahlkampf mit. Es gebe zwei Möglichkeiten: „Entweder muss in Zukunft komplett auf ehrenamtliche Wahlhelfer verzichtet werden. Oder die Aufwandsentschädigungen müssen so erhöht werden, dass sie dem Wert eines Tages Sonderurlaub der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entspricht.“

Sie wolle „das Konzept der ehrenamtlichen Wahlhelfer als Oberbürgermeisterin auf den Prüfstand stellen“, sagte Reker damals zu. Umso mehr empört es Ex-Wahlhelfer Laurisch, dass Stadtdirektor Stephan Keller in einem Rundschreiben den Beschäftigten für den bevorstehenden Wahlsonntag sogar noch weitere Anreize in Aussicht gestellt habe. Wer sich für Sonderaufgaben schulen lasse, erhalte dafür außer der üblichen Entschädigung in Höhe von 100 Euro auf seinem Arbeitszeitkonto eine Gutschrift über sechs Stunden.

Der Ansturm auf die Jobs bleibt dennoch aus. Noch fehlen den Organisatoren 300 Helfer, um in allen 800 Stimmbezirken in vorgesehener Personalstärke antreten zu können. Notfalls müsste der Stadtdirektor Bedienstete zwangsverpflichten. Eben das will man im Rathaus unbedingt vermeiden. „Wir werben intensiv bei Unternehmen, Mitarbeiter für dieses Ehrenamt zu gewinnen“, sagt Stadtsprecherin Inge Schürmann. „Einige private Arbeitgeber gewähren dafür Sonderurlaub, so wie es viele andere Behörden auch tun.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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