Fremder sucht drei Tage lang nach verlorenem Ehering am Strand

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In ihrer Verzweiflung wandte sich eine US-Amerikanerin an Facebook, nachdem sie ihren Ehering am Strand verloren hatte. Und tatsächlich machten sich eifrige Helfer auf die Suche...

Mit Hilfe eines Metalldetektors machte sich der fremde Mann auf die unermüdlicher Suche nach dem Ehering.
Mit Hilfe eines Metalldetektors machte sich der fremde Mann auf die unermüdliche Suche nach dem Ehering. (Symbolbild: Getty)

Das Internet kann oft ein feindseliger Ort sein. Doch in diesem Fall erwies es sich als ein echter Rettungsring. Francesca Teal aus Massachusetts war mit ihrem Mann gemeinsam im Urlaub an der Küste des US-Bundesstaates New Hampshire. Als sie sich einen Football im hüfttiefen Wasser zuwarfen, geschah es: Ihr Diamantring rutschte ihr vom Finger und verschwand in den Fluten. "Ich sah, wie der Ball gegen meinen Finger stieß und wie diese beiden Ringe einfach von meinem Finger glitten und ins Wasser fielen," erzählte sie dem Sender "NBC10 Boston".

Verzweifelte Suche nach dem Erbstück

Nachdem die erste hektische stundenlange Suche ergebnislos verlaufen war, wandte sich die US-Amerikanerin in ihrer Verzweiflung an Facebook. Denn der Diamantring war nicht nur überaus teuer, er hat einen riesigen sentimentalen Wert für sie. Er hatte ursprünglich ihrer Ur-Großmutter gehört und war innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitervererbt worden. Ihr Aufruf wurde mehr als 3.000 Mal geteilt.

Teal schilderte den Verlust ihres Ringes unter anderem auch in einer Gruppe für Metalldetektoren-Fans. Doch insgeheim hatte sie wenig Hoffnung, dass der Ring im Sand von North Beach jemals wieder auftauchen würde.

"Ich musste es zumindest versuchen"

Dem Lokalsender "WBTS-TV" erzählte sie vom Moment des Verlusts: "Es ist ein winziges Stück Metall in diesem riesigen Ozean. Mir wurde schon direkt in dem Moment ganz schwer ums Herz." Doch sie hatte nicht mit Lou Asci gerechnet. Asci lebt eigentlich im Ort Marshfield in Massachusetts, gut 120 Kilometer von dem Strand entfernt. Doch als er den Post auf Facebook entdeckte, machte er sich sofort auf den Weg. Er war nicht der einzige freiwillige Helfer. Jedes Mal, wenn das Paar an den Strand fuhr, um noch einmal zu suchen, waren dort Menschen mit Metalldetektoren unterwegs, um den Ring zu finden. Keiner war aber so hartnäckig auf der Suche, wie Lou Asci.

Der "Washington Post" erzählte Asci von seiner Motivation: "Wir haben doch alle schon einmal etwas verloren, das uns sehr wichtig war. Ich musste es zumindest versuchen." Das tat er allerdings. Mit seinem Metalldetektor suchte er den Strand ab, Meter für Meter, fünf Stunden am Tag, drei Tage lang.

Piepsen am dritten Tag

Am dritten Tag machte er sich das letzte Mal auf die Suche und probierte es in tieferen Schichten. Irgendwann piepste es an seinem Gerät. Und kurz darauf schickte er ein Foto eines Diamantrings an Francesca Teal. Dazu schrieb er: "Bitte sag mir, dass das der Ring ist, damit ich endlich von diesem Strand abhauen kann." Er war es tatsächlich. Asci hatte das Erbstück acht Tage nach seinem Verschwinden unter Sand begraben entdeckt.

Der hartnäckige Finder brachte den Ring zu seiner überglücklichen Besitzerin zurück. Deren Ehemann ging erneut für sie auf die Knie und steckte ihr den verloren geglaubten Diamantring ihrer Urgroßmutter wieder an. "Ich bin in dieser Woche überwältigt worden von der Freundlichkeit fremder Menschen," schrieb Teal danach auf Facebook. Es sei ziemlich einfach, auf die Welt zu blicken und nur das Schlechte zu sehen, schrieb sie in einem Post. "Aber wenn man hinter die Dinge schaut, sieht man, dass wir eigentlich alle nur einander helfen wollen."

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