"Freund des Milosevic-Regimes": Proteste gegen Handke bei Nobelpreis

Die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Peter Handke in Schweden haben Proteste überschattet.

Aus Kritik an seiner Haltung gegenüber Serbien und dem Massaker von Srebrenica kamen die Botschafter von Albanien, Kosovo, Kroatien und der Türkei nicht zur Zeremonie in Stockholm.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einer Auszeichnung von Menschenrechtsverletzungen am Tag der Menschenrechte. Der Nobelpreis entwerte sich selbst durch die Vergabe an Peter Handke, sagte Erdogan.

Handke hatte 2006 auf der Trauerfeier für den der Kriegsverbrechen angeklagten ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic eine Rede gehalten. Davon hat sich der in Frankreich lebende Österreichen nie distanziert.

Die Demonstranten in Stockholm meinen, Handke leugne die serbischen Kriegsverbrechen.

Teufika Sabanovic, die Organisatorin der Kundgebung erklärt: "Es geht um sehr Konkretes, er drückt sich nicht nur öffentlich so aus, er hat auch in einer Art und Weise geschrieben, die den Völkermord und die Verbrechen während des Kriegs in Bosnien in Frage stellt."

Die Autorin Alida Bremer sagt: "Er war ein Freund des Regimes von Milosevic - nicht der Serben. Ich habe in der serbischen Hauptstadt Belgrad studiert und acht Jahre dort gelebt. Ich habe dort viele Freunde, die meisten sind gegen ihn und wir sind auch gegen das Regime."

Mit seinen abfälligen Bemerkungen zu kritischen Fragen von Journalisten goss der 77-jährige Peter Handke in Schweden erneut Öl ins Feuer. Da sprach der Schriftsteller, der sich sonst mit Tolstoi, Homer und Cervantes vergleicht , plötzlich von Klopapier.