Freunde versteigern Rockstargitarre: Kölner starten Spendenaktion für neuen Rollstuhl

Erlös aus einer Versteigerung soll schwerkranken Patienten wieder mobil machen.

Ein neuer Rollstuhl könnte sein Leben verändern. Seit 2012 hat Jens Ortmann einen krankheitlichen Schicksalsschlag nach dem anderen erlitten. Erst saß er noch im Rollstuhl. Nach einem Organversagen ist er nun seit über einem Jahr bettlägerig.

Für den normalen Rollstuhl ist er zu schwach, ein Sondergerät muss her. Doch der ist ziemlich teuer. Mit einer Spendenaktion wollen Freunde ihm nun helfen.

Spendenaktion startet

Irgendwann musste Torsten Schmidt etwas unternehmen. Der ehemalige Kollege war nach Ortmanns Erkrankung mit ihm in Kontakt geblieben und erfuhr so von dessen Leidensgeschichte. Einmal postete Ortmann ein Foto von seinem Wunsch-Rollstuhl mit der Aussage: „Ich möchte mal wieder raus.“ Das machte Torsten Schmidt nachdenklich. „Ich war schockiert und habe mir überlegt, wie wir ihn aus dem Bett bekommen“, sagt er.

Mit Unterstützung von einem Freund, dem Moderator Mavros Freitag, startet er eine Spendenaktion. Freitag moderiert zur Zeit die Frankfurter Musikmesse und will dort eine Gitarre von Rockstars (Steve Stevens-Gitarrist der US-Band Billy Idol; Don Airey-Keyboarder von Deep Purple) signieren lassen. Schmidt will sie dann später versteigern. Mit dem Erlös soll der Rollstuhl zumindest teilweise finanziert werden.

Jeder macht das, was in seinem Rahmen möglich ist um Ortmann zu helfen. „Ich finde es bewundernswert, dass er trotz allem den Kopf nicht hängen lässt“, sagt sein Freund Schmidt, der gerne mit Ortmann scherzt. »Trotz allem« ist die Zusammenfassung für dessen Krankheits-Leiden, die mit einem Kreuzbandriss begann. Auf die Schmerzen im Knie, folgen die im Rücken. Bandscheibenvorfälle. Dann drei Schlaganfälle in nur sechs Wochen.

Krankenakte ist lang

Die Krankenakte von Jens Ortmann füllt Seiten. Als dem 51-Jährigen auch noch das Augenlicht schwindet, suchen die Ärzte nach Ursachen. Die Diagnose: Multiple Sklerose, eine entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems.

Zu dem Zeitpunkt saß Ortmann bereits im Rollstuhl. Der nächste Schicksalsschlag ereilt ihn an Weihnachten 2015. Die Gallenblase muss in einer Notoperation entfernt werden. An Heiligabend versagen seine Organe. Der Kampf ums Überleben kostet ihn wichtige Kraftreserven. Seitdem schafft er es nicht mehr, sich in den Rollstuhl zu hieven. Muskeln und Kreislauf sind dafür zu schwach.

Krankenkasse kann nicht helfen

Ein spezieller Rollstuhl mit Aufsteh-Funktion könnte ihm helfen. Obwohl ihn seine Krankenkasse sonst immer unterstützt hat, kann sie ihm dieses Mal nicht helfen. Laut Ortmann hätten Versicherte nur alle fünf Jahr einen Anspruch auf eine neue elektrischen Hilfe. Ortmanns Exemplar ist erst zwei Jahr alt. Damals konnte er noch sitzen. „Ich kann die Krankenkasse verstehen“, so der 51-Jährige. Die hätten eben ihre Regelungen. „Aber wenn ich noch drei Jahre liege, dann hilft ein neuer Rolli auch nichts mehr.“

Dabei will der er nichts lieber als sein Bett verlassen. Um für die Fördergemeinschaft Mehrheimer Karnevalszug wieder die Standarte zu tragen, am Sommerfest vom Fußballverein TSV Mehrheim teilnehmen oder ein Spiel vom FC im Stadion sehen. „Wir wollen ihn diesem Traum ein Stückchen näher bringen“, sagt Unterstützer Mavros Freitag....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen