Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi weist Vorwurf "ethnischer Säuberungen" zurück

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi

Angesichts der UN-Ermittlungen zu möglichen Verbrechen gegen die Rohingya-Minderheit in Myanmar hat Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi den Vorwurf "ethnischer Säuberungen" in ihrem Land zurückgewiesen. "Ich glaube nicht, dass es ethnische Säuberungen gibt", sagte die De-facto-Regierungschefin in einem BBC-Interview vom Mittwoch. "Ethnische Säuberung ist ein zu starker Ausdruck um zu beschreiben, was passiert", sagte die langjährige Oppositionspolitikerin, deren Nationale Liga für Demokratie (NLD) seit 2015 Regierungspartei in dem südostasiatischen Land ist.

In Bundesstaat Rakhine, in dem Angehörige der Rohingya-Minderheit hauptsächlich leben, gebe es "viel Feindseligkeit", sagte Suu Kyi in dem Interview weiter. Dort gebe es allerdings "auch Muslime, die andere Muslime töten". Myanmars Armee habe nicht das Recht, "zu vergewaltigen, zu plündern und zu foltern", fügte sie hinzu. In Rakhine war der Konflikt zwischen der muslimischen Minderheit und dem Militär im Oktober wieder voll entbrannt. Die Armee entsandte nach einer Angriffsserie auf Grenzposten Truppen in das Gebiet.

Ende März hatte der UN-Menschenrechtsrat gegen den Widerstand Myanmars beschlossen, eine Untersuchungskommission einzusetzen, die mögliche schwere Verbrechen gegen die Rohingya untersuchen soll. Die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Myanmar, Yanghee Lee, hatte zuvor Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeprangert: Die Rohingya seien grausamer Gewalt ausgesetzt; Frauen würden reihenweise von Soldaten vergewaltigt, Babys von Rohingyas würden getötet. Den Rohingya könne die vollständige Vertreibung aus dem Land drohen.

Die in bitterer Armut lebenden Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen schon seit Generationen in Myanmar leben.

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