Friedensschule in Widdersdorf: Eltern könnten den Betrieb der Schule übernehmen

Die Initiative soll 28 Millionen Euro gesammelt haben.

Im Poker um die private Friedensschule in Widdersdorf scheint sich eine Lösung anzudeuten: Die Eltern könnten den Betrieb der Schule übernehmen, nachdem sich das Bauunternehmen Amand aus der Betreibergesellschaft zurück gezogen hat.

Das Gebäude und das Grundstück wird aber aller Voraussicht nach die Stadt erwerben. Damit wäre sowohl die Internationale Friedensschule gerettet, wie auch der Start einer neuen öffentlichen Schule möglich.

Die Elterninitiative, die zur Fortführung der Privatschule 28 Millionen Euro zusammen gesammelt haben soll, hofft darauf, sich das Gebäude für fünf Jahre mit den Schülern der neuen städtischen Schule teilen zu können, um dann in eine andere Immobilien umzuziehen.

Kurzfristige Maßnahmen gegen drohendes Schulchaos

Im Gespräch ist offenbar auch, ein kleineres neues Gebäude in der Nähe zu errichten. Die Stadt könnte das derzeitige Gebäude der Friedensschule für einen vorgezogenen Start des neuen Lövenicher Gymnasiums nutzen. Es wäre ein weiterer Puzzlestein auf dem Weg, kurzfristig Maßnahmen gegen das drohende Schulchaos auf den Weg zu bringen.

Das neue Gymnasium in Lövenich steht auch auf der Liste der 15 Baumaßnahmen an zehn Schulen, die die Stadt zur Entlastung der Gebäudewirtschaft an private Generalunternehmer vergeben will.

Während sich im Stadtrat eine breite Mehrheit für das am Montag von der Stadtverwaltung vorgestellte „Sonderprogramm“ abzeichnet, sind auch kritische Stimmen laut geworden. „Die Stadt verschafft sich Luft, ein echter Notfallplan müsste jedoch mehr enthalten“, sagt der Sprecher der Stadtelternschaft, Reinold Goss. Die Elternvertreter mahnen seit längerem ein Konzept gegen das drohende Schulchaos an.

„Tropfen auf den heißen Stein“

Das, was jetzt vorgelegt wurde, reiche „nicht ansatzweise aus, um das Problem zu lösen“. Das Programm sei nicht mehr als „ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Goss. Unverständlich sei, dass für die 15 Projekte ein Zeitrahmen von fünf Jahren vorgeben werde. Andere Städte würden es schaffen, Schulen in anderthalb Jahren zu bauen.

Auch die Kölner Handwerkskammer äußert sich kritisch: „Der Notstand im Schulbau ist mittlerweile so groß, dass nachhaltig gehandelt werden muss und nicht wieder der übliche Kölner Weg eingeschlagen wird, Problemlösungen zu vertagen“, so Hauptgeschäftsführer Ortwin Weltrich.

Die Kritik der Interessenvertretung der Kölner Handwerker zielt vor allem auf den Plan, die Bauprojekte mit Generalunternehmern zu realisieren. Das sei „eindeutig mittelstandsfeindlich“ und beeinträchtige „massiv die wirtschaftliche Situation der auf städtische Aufträge angewiesenen Handwerksunternehmen.“

Versäumnisse der Stadt

Ähnlich hatte sich die Handwerkskammer zum Vergabeverfahren für eine „Öffentlich-private Partnerschaft“ (ÖPP) beim Schulbau geäußert. Über ein ÖPP-Modell sollen zwei Realschulen in Mülheim, das Gymnasium in Weiden und eine Grundschule in Ossendorf saniert werden. Auch dieses Projekt ist ein Beispiel für die Versäumnisse der Stadt: Der Planungsbeschluss für die Maßnahmen fiel vor elf Jahren.

Helge Schlieben, Schulausschuss-Vorsitzender und CDU-Ratsmitglied, lobte das neue Maßnahmenpaket der Stadt. Endlich komme Bewegung in den Schulbau. Die Vergabe an private Unternehmer sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Es ersetze aber nicht die grundsätzliche Neuorganisation der städtischen Gebäudewirtschaft.

Auch die SPD unterstützt das „Sonderprogramm“, fordert aber auch eine „Gesamtstrategie“ und ein „umfassendes Maßnahmenpaket mit einer Perspektive für die Weiterentwicklung der Gebäudewirtschaft“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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