Friedrichshain-Kreuzberg: Grüner Baustadtrat legt sich mit Immobilien-Spekulanten an

Bau-Dezernent Florian Schmidt nutzt das städtische Vorkaufsrecht, um den Handel mit Immobilien auszuhebeln. Ein Beispiel aus Kreuzberg.

Es gibt eine Anekdote, die Florian Schmidt gern erzählt. Kürzlich, so der neue grüne Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, sei der Kaufinteressent eines Hauses an der Zossener Straße in das Stadtplanungsamt gebeten worden, um mit ihm über den beabsichtigten Erwerb zu reden. Während der Anhörung hätten seine Mitarbeiter den Mann damit konfrontiert, sie wüssten, dass er bereits einen Vertrag zum Weiterverkauf der Immobilie in der Tasche habe – mit einem Preisaufschlag von 800.000 Euro. "Das ist doch irre! Innerhalb von drei Monaten ein Verkaufsgewinn von 800.000", sagt Schmidt und schüttelt den Kopf. "Das kann doch nicht richtig sein."

Schmidt, der im Dezember 2016 das Amt des Baustadtrates in dem Bezirk übernommen hat, in dem fast flächen­deckend mit die höchsten Mietpreise in Berlin verlangt werden, hat ein klares Ziel. "Wir wollen alle rechtlichen Mittel nutzen, um solche Geschäfte zu verhindern", sagt er. "Wir wollen richtig Sand ins Getriebe streuen, denn das Geldverdienen mit Häusern, in denen Menschen wohnen, funktioniert in unserer Stadt leider viel zu gut."

Die fast schon kriegerische Ansage scheint auf den ersten Blick gar nicht zu dem milde durch seine Brillengläser blickenden, schlaksigen Mann mit dem rotblonden Wuschelkopf und dem zauseligen Vollbart zu passen. Doch der 41-Jährige hat seinen Worten bereits Taten folgen lassen. Ausgesucht hat er sich dafür ein Objekt, das symbolträchtiger kaum sein könnte: das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ).

Die 70er-Jahre-Bausünde...

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