Frust pur bei "Voice"-Coach Mark Forster: "Du bist der größte Fehler meines Lebens!"

Rupert Sommer
·Lesedauer: 6 Min.

Nervenkrieg in der "The Voice"-Jubiläumsstaffel: Es lief wieder alles andere als glatt für Mark Forster, der unbedingt Talente in sein Team holen will, aber dessen Ruf nur selten erhört wird. Ausgerechnet ein "Allstar", der schon einmal für Furore gesorgt hatte, wäre ein spektakulärer Fang gewesen. Doch stattdessen holte sich der kleine Coach mit der großen K(l)appe einen kapitalen Korb.

Mark Forster, The Voice of germany 2020
Mark Forster hatte auch in der siebten Folge keinen Erfolg bei den Kandidaten.

Es war ein atemberaubendes Spektakel, das die siebte "Blind Audition"-Folge der neuen Staffel den "Voice"-Fans bot. Aber auch ein Wechselbad der Gefühle. Und ein Abend, der vor der Weiterverbreitung von Anfeindungen, Häme und wirren Verschwörungstheorien nicht zurückschreckte. Üblicherweise sind es ja die Frotzeleien der Coaches, die - neben den grandiosen Stimmen der Kandidaten - den Charme dieser Show ausmachen. Doch wie zuletzt häufiger vergriff sich vor allem Mark Forster im Ton. Er wirkt tief gezeichnet vom Frust, dass sein alter Lausbubentrick, Talente nur mit einem Dackelblick und einem Grinsen ins Team zu locken, nicht mehr zieht.

Angriffe gegen die Hypnose-Hexe

Was weiterhin zieht, ist das Selbstmitleid. Wenn es nicht nach Forsters Plan läuft - und das war gleich mehrfach der Fall am Donnerstagabend bei ProSieben -, dann sind immer die anderen schuld. Meistens nerven den Deutsch-Pop-Sänger die vermeintlichen "Rock-Rentner" Samu Haber und Rea Garvey. Nico Santos unterstellt er schnell mal, dass der Kollegen angeblich lediglich "Bullshit-Versprechungen" abgibt. Und Yvonne Catterfeld, mit der sich der Kappen-Coach traditionell gerne zofft, muss sich dann wieder als "Hexe" beschimpfen lassen.

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Marks neuester Einfall - eigentlich natürlich nur ein taktisches Manöver, von eigenen Niederlagen abzulenken - hörte sich allerdings zumindest originell an. Mittlerweile ist der Karlsruher offenbar tatsächlich davon überzeugt, dass Kollegin Catterfeld über eine übersinnliche Stimm-Eigenschaft verfügt. Sie muss nur süßlich säuseln, schon schaltet sie den Willen der umgarnten Kandidaten aus. Und denen bleibt dann - so zumindest die krude Forster-Theorie - gar nichts mehr anderes übrig, als sich fürs Damenteam Catterfeld/Stefanie Kloß zu entscheiden.

Mark Forster, Stefanie Kloß, Yvonne Catterfeld, The Voice of Germany
Mark Forster lässt sich von Yvonne Catterfeld "hypnotisieren".

"Pass auf!", warnte Mark etwa den heftig umgarnten Leo Engels, einen feschen 21-Jährigen aus Düren. Yvonne habe angeblich "etwas Hypnotisches" in der Stimme. "Das ist wissenschaftlich erwiesen." Ach so! Der olle Ire spielte jedenfalls rasch mit: Auch Rea Garvey unterstellte Yvonne Catterfeld, beim Kampf um Talente zu tricksen - mit einer "magischen" Stimme. Vielleicht hatte Coach Garvey allerdings auch nur gewurmt, dass Leo nicht zu ihm, sondern zu den Ladies gehen wollte.

Samu schwärmt von "Mega-Momenten"

Einmal von Mark in die Welt gesetzt, war der Hypnose-Vorwurf nicht mehr einzufangen. Dumm nur, dass sich die fixe Idee rasch gegen den Verschwörungstheoretiker selbst richtete. Auch Lisa-Marie, eine bezaubernde 25-jährige Hebamme aus Offenburg, war eine dieser Stimmen, die die Show vergolden. Und ein Talent, das gleich vier Buzzer auslöste. Samu Haber geriet komplett aus dem Häuschen. "Ich war zwei Jahre weg", sagte er und verriet gleich, warum er wieder zu "The Voice" zurückkehrte. "Ich liebe diese Mega-Momente", so der Finne. "Das war ein Mega-Moment."

Und was Samu Haber sagte, hatte dann offenbar eben auch Magie in der Stimme. Lisa-Marie entschied sich für die Rocker-Coaches. "Wir waren einfach hypnotisch", meinte Rea. Und schon war das Zauberwort wieder gefallen. Hypnose! "Es kotzt mich an", tobte indes Mark Forster.

Es war eben eine dieser Kandidatinnen, um die man einfach kämpfen musste. Genauso wie um Isabel Nolte, die mit ihrer "Als ich fortging"-Darbietung den gesamten Saal verzauberte. "Das war wunderschön", jubelte Nico Santos. "Dich erkennt man unter einer Million Stimmen." Und auch Mark Forster kämpfte um Isabel - wie ein Löwe aus der Pfalz. "Mich dürstet danach, mit dir deutsche Songs auszuprobieren", schmachtete er. Allerdings: Ausgerechnet Mark hat offenbar keine Hypnose-Stimme. Isabel entschied sich für Nico.

Isabel Nolte, Nico Santos, The Voice of germany 2020
Auch Kandidatin Isabel Nolte entscheidet sich gegen Mark Forster und für das Team Nico Santos.

Ein Allstar kehrt zurück - und der Saal tobt

Blieb also nur noch eine Karte, und auf die musste Mark alles setzen: Zum grandiosen Finale der Donnerstagssendung meldete sich plötzlich ein 27-Jähriger auf der großen Bühne zurück, dem sofort alle Herzen zuflogen: Der Pole Maciek, eine der "Allstars" dieser besonderen Staffel, war schon im vergangenen Jahr angetreten - und hatte Auftritte hingelegt, die man nicht so schnell vergisst. Er hatte sich einst für das Team seines Landmanns Mark Forster entschieden. Und das später bitter bereut.

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Immerhin nahm der Coach mit der Kappe sein Schützling bis in die Sing-Offs mit. Doch dann wechselte Mark sein Talent Maciek einfach aus. "Du bist in die Geschichte eingegangen als der größte Fehler meines Lebens", jammerte Mark Forster sofort. Er musste nur zwei Takte hören, schon buzzerte er wieder. Allerdings: Auch alle anderen Teams jubelten und drückten für Maciek. Was danach passiert, hat das Zeug, in die Geschichte der Entscheidungsschlachten einzugehen. Und gut sah Mark Forster dabei nicht aus.

Maciek hatte mit dem Song "You Gotta Be" eine Performance abgeliefert, die einfach keine Fragen offen ließ. Nur eben doch eine: Wie viel Genugtuung würde es ihm bereiten, sich an seinem alten Mentor Mark zu rächen? "Ich würde es mir jetzt zehnmal überlegen, ob ich dich noch mal rauswählen würde", versprach der.

Allstar-Kandidat Maciek, The Voice of Germany 2020
Allstar-Kandidat Maciek wurde letztes Jahr von Mark Forster nach Hause geschickt. Hat er seinem alten Coach verziehen?

Forsters Mit- und Gegenspieler witterten rasch die Chance zum Triumph und zu Marks Demütigung. Und so setzte sich zuerst Stefanie Kloß für ein improvisiertes Wahlwerbungs-Liebeslied zu Maciek auf die Bühnenrampe. Und dann auch noch Rea Garvey.

Rea Garvey schüttet sein Herz aus - und wird verletzt

Was der zottelige Ire einfach mal so aus seiner Brust hervorholte, musste dann jeden, der noch ein Herz hat, zu Tränen rühren. Es war ein kerniger Schmachtsong - und eine glasklare Botschaft: "Wir holen uns den Sieg", sang Rea Garvey. Und was machte Maciek, der Typ, der einfach in jeder Lebenslage extrem lässig zu sein scheint? Er genoss die Huldigungen sichtlich. Und er sortierte im Kopf die unzähligen Komplimente.

Danach holte er zu einem Hieb aus, der nicht nur Mark Forster, sondern auch die Rocker mitten ins Herz stach: Maciek zieht mit Yvonne Catterfeld und Stefanie Kloß weiter. Von ihm wird man noch ganz viel hören. Diesmal wirkte es so, als ob der Sänger seine Coaches hypnotisiert hatte. Magie war im Spiel. Und die schadet nie.

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