Fußball-EM 2024 im Newsticker - „Haben Tickets verschwendet“: Spaniens Hand-Sünder schießt gegen deutsche Fans

Cucurella über Pfiffe im Halbfinale: „Bin nicht schuld an irgendwas“<span class="copyright">AP</span>
Cucurella über Pfiffe im Halbfinale: „Bin nicht schuld an irgendwas“AP

Am Sonntag steigt das große EM-Finale zwischen Spanien und England. Gegen eine Regeländerung hätte der spanische Nationaltrainer nichts. Verteidiger Marc Cucurella kritisiert die deutschen Fans nach den Pfiffen gegen ihn. Alles zur Heim-EM in unserem Newsticker.

Die Fußball-EM in Deutschland

„Haben Tickets verschwendet“: Cucurella schießt gegen deutsche Fans

Samstag, 13. Juli, 15.48 Uhr: Spaniens EM-Star Marc Cucurella hat für die Pfiffe deutscher Fans gegen ihn wenig Verständnis. „Eigentlich war mir das egal. Aber gleichzeitig fühlte es sich auch ein wenig traurig an, dass einige Leute zu diesem Spiel kamen, nur um einen einzelnen Spieler auszubuhen“, sagte der Linksverteidiger des FC Chelsea in einem Interview von „The Athletic“. „Einige Leute haben damit Tickets verschwendet, die auch an Fans hätten gehen können, die das Spiel wirklich genossen hätten.“

Der 25 Jahre alte Abwehrspieler mit der markanten Lockenfrisur wurde am Dienstagabend während des EM-Halbfinals zwischen Spanien und Frankreich (2:1) bei jedem Ballkontakt in München von deutschen Zuschauern ausgepfiffen. Hintergrund ist sein nicht geahndetes Handspiel in der Verlängerung des Viertelfinal-Spiels gegen Deutschland, in dem die DFB-Elf aus dem Turnier flog.

Musiala schießt, Cucurella geht der Ball an die Hand<span class="copyright">Getty Images</span>
Musiala schießt, Cucurella geht der Ball an die HandGetty Images

Cucurella kennt diese Erfahrung jedoch bereits. „In gewisser Weise habe ich mich daran gewöhnt, als ich im Chelsea-Trikot nach Brighton zurückkam“, sagte er. „Das war auch ein Abend, an dem die Buhrufe jedes Mal sehr laut waren, wenn ich den Ball berührte. Ich würde nicht sagen, dass das ein unerträgliches Gefühl ist, aber es ist unangenehm.“ Cucurella war 2022 für rund 65 Millionen Euro von Brighton & Hove Albion zum FC Chelsea gewechselt.

Holland-Legende wütet gegen England: „Was für ein Scheißteam“

Freitag, 12. Juli, 07.50: Ex-Bundesligastar Rafael van der Vaart hat nach der bitteren Niederlage der Niederlande gegen England heftig gegen die Three Lions geschossen. Dem Fernsehsender NOS sagte van der Vaart: „Was das für ein Scheißteam ist.“ Er habe sich so sehr über die Engländer aufgeregt. England habe nichts für das Spiel getan, trotz „aller Top-Spieler auf dem Feld“.

Klar, auch die Niederländer hätten nicht so viel fürs Spiel getan, so Oranje-Legende van der Vaart. Doch Englands Leistung sei „unglaublich“ gewesen. Vor allem in der zweiten Halbzeit sei das Team „lausig“ gewesen.

England hatte das Halbfinale gegen die Niederländer in der 90. Minute durch ein Tor von Ollie Watkins mit 2:1 gewonnen. Die Niederländer wüteten danach vor allem gegen die Leistung von Schiedsrichter Felix Zwayer, der einen umstrittenen Elfmeter für England zum zwischenzeitlichen Ausgleich gegeben hatte. Selbst englische Experten sprachen von einer „skandalösen Entscheidung“.

Schiedsrichter des EM-Finales bekannt - er kommt aus Frankreich

12.32 Uhr: Schiedsrichter François Letexier aus Frankreich leitet das EM-Finale zwischen England und Spanien am Sonntag im Berliner Olympiastadion. Das gab die Europäische Fußball-Union UEFA am Donnerstag bekannt. Der 35-Jährige pfiff bislang drei Turnierspiele, darunter das Achtelfinale der Spanier gegen Georgien (4:1).

Letexier, der seit 2017 Spiele auf internationaler Bühne leitet, wirkt im zweiten großen Endspiel in dieser Saison mit - beim Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund (2:0) war er Vierter Offizieller. In Berlin assistieren ihm nun seine beiden Landsmänner Cyril Mugnier und Mehdi Rahmouni, Vierter Offizieller ist Szymon Marciniak (Polen), WM-Final-Schiedsrichter von 2022.

Bildstörung und Tonausfall! Wassermassen sorgen bei Halbfinale für Technik-Chaos

20.40 Uhr: Plötzlich war das Bild weg! Beim EM-Halbfinale, das in der ARD übertragen wird, fiel plötzlich das Bild aus. Die Zuschauer hatten für einige Sekunden einen schwarzen Bildschirm vor sich.

Auch Moderator Alexander Bommes und Experte Bastian Schweinsteiger waren irritiert, als sie wieder zu sehen waren. „Haben wir hier Stromausfall?“, fragte Bommes sichtlich ratlos. Auch der Ton funktionierte kurzzeitig nicht mehr. „Gut, dass es hier nicht so laut ist“, sagte der Moderator sarkastisch.

Wenig später schien der Ton wieder zu funktioieren. Bommes und Schweinsteiger bestätigten das und nannten auch die Ursache der Störungen: „Die Wassermassen haben hier für Probleme gesorgt“, erklärte Bommes, während im TV Bilder von abfließendem Wasser zu sehen waren.

Morata gibt Entwarnung - und witzelt über Ordner

12.40 Uhr: Spaniens Kapitän Álvaro Morata hat nach dem Vorfall mit einem Ordner bei der Europameisterschaft Entwarnung gegeben - und Humor gezeigt. „Sehr gut“, sagte der 31-Jährige bei der Abreise aus München ins Quartier nach Donaueschingen am Mittwoch auf die Frage, wie es ihm gehe. Körperlich sei alles gut, sagte er und gab zu verstehen, dass seine Teilnahme beim Endspiel am Sonntag in Berlin nicht gefährdet sei.

„Gelbe Karte und Punkt“, ergänzte Morata noch, auf den ungestümen Ordner angesprochen. Dieser gehört dem spanischen Team an. Ein Flitzer hatte unmittelbar nach dem EM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich für einen schmerzhaften Zusammenstoß der Sicherheitskraft mit dem Stürmer gesorgt. Der Mann rannte nach dem 2:1 der Spanier am Dienstagabend in München auf die jubelnden Spieler zu. Der Ordner versuchte, dazwischenzugehen und erwischte Morata von hinten am Bein.

Deutsche Fans pfeifen Hand-Sünder Cucurella gnadenlos aus

21.03 Uhr: In der Verlängerung des Viertelfinales zwischen Spanien und Deutschland sorgte Spaniens Linksverteidiger Marc Cucurella mit einem Handspiel im Strafraum für wilde Diskussionen. Zwar gab es keinen Elfmeter. Doch die deutschen Fans nehmen auf ihre Art Rache: Beim Halbfinale gegen Frankreich pfeifen die (vermutlich deutschen) Fans im Stadion Cucurella bei jeder Gelegenheit gnadenlos aus. Das könnte ein langer Abend werden für den Spanier.

Die spanischen Anhänger reagierten auf die Pfiffe und initiierten mehrmals „Cucurella“-Sprechchöre für den Verteidiger. Von den spanischen Fans wurde er demonstrativ laut bejubelt.

Kroos emotional nach EM-Aus: „Mein Kopf war so im Arsch, es ging gar nichts“

19.40 Uhr: Toni Kroos hat sich nach dem deutschen EM-Aus und seinem Karriereende nun erstmals ausführlich zum bitteren Spiel gegen Spanien geäußert. Der langjährige Real-Madrid-Star bekannte, dass ihn das Ausscheiden körperlich völlig fertig gemacht hat. „Wenn wir weitergekommen wären, hätten wir gegen Frankreich im EM-Halbfinale gespielt und ich wäre topfit gewesen. Aber ich konnte keinen Schritt machen die letzten zwei Tage, mir hat alles wehgetan von oben bis unten“, so Kroos in der neuen Folge seines Podcasts „Einfach mal Luppen“ mit seinem Bruder Felix. Und weiter: „Mein Kopf war so im Arsch, es ging gar nichts.“

Eine solche Leere habe er zuletzt 2012 nach dem verlorenen Champions-League-Finale mit dem FC Bayern gegen den FC Chelsea empfunden.

Zwei Tage lang sei es ihm „scheiße gegangen“ - trotz sofortiger Aufarbeitung der Geschehnisse innerhalb der Mannschaft nach dem Spiel. „Wir haben bis morgens um 6 in Gruppen darüber geredet, wie es weitergeht, was man besser machen kann und wie es jeder gefühlt hat.“

Bundestrainer Julian Nagelsmann lobte er in diesem Zuge für dessen Arbeit rund um die Heim-Europameisterschaft. Insbesondere nach dem Aus habe sich gezeigt, dass der Kader „eine Gruppe von guten Typen“ gewesen sei, „nicht nur von guten Fußballern“.

„Da kann sich auch jemand wie Julian bestätigt fühlen, wie er das zusammengestellt hat“, sagte Kroos. „Das sind Situationen, in denen man sich dann nochmal besser kennenlernt“, sagte Kroos über die Rückfahrt aus Stuttgart nach Herzogenaurach ins Teamquartier.

Keine Verlängerung mehr? Spaniens Coach mit Vorschlag

Dienstag, 09. Juli, 06.45 Uhr: Spaniens Fußball-Nationaltrainer Luis de la Fuente könnte einem angepassten K.o.-Modus bei Europameisterschaften ohne Verlängerung Positives abgewinnen. „Bei so einem Turnier wie der EM, die so viel fordert, könnte man vielleicht die Verlängerung abschaffen“, sagte de la Fuente vor dem Halbfinale am Dienstag gegen Frankreich.

„Vielleicht nicht in einem Halbfinale oder einem Finale, aber vielleicht in den vorherigen Runden“, sagte der 63-Jährige. Viel belastete Spieler, die am Limit seien, könnten entlastet werden. „Das würde auch der Show helfen, denn die Spieler wären viel frischer und würden die späteren Runden in einem frischeren Zustand absolvieren“, sagte er.

Bei der Copa América gibt es erst im Finale eine Verlängerung von 2 x 15 Minuten. In den Runden zuvor folgt bei einem Unentschieden nach der regulären Spielzeit gleich ein Elfmeterschießen.

Im EM-Viertelfinale wurde nur die Partie zwischen den Niederlanden und der Türkei in der regulären Spielzeit entscheiden. Alle anderen Partien mussten mindestens in die Verlängerung. Zwischen Portugal und Frankreich sowie England und der Schweiz fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen.

Gräfe reagiert empört auf Zwayer-Ansetzung: „Verantwortungslos“

18.44 Uhr: Nach Felix Zwayers Nominierung für das EM-Halbfinale zwischen den Niederlanden und England hat der ehemalige deutsche Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe heftige Kritik an der Ansetzung geübt. „Verantwortungslos allen gegenüber…“, schrieb der 50-Jährige beim Kurznachrichtendienst X: „Nur eine Machtdemonstration nach außen+innen (wir entscheiden) - unabhängig von Leistung/Vergangenheit. Wahnsinn.“

Schon die EM-Nominierung für Zwayer und Siebert hatte Gräfe bemängelt und dabei vor allem DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich, der nach persönlichen und regionalen Gesichtspunkte Referees fördere, kritisiert. „Alle Nominierten haben hart dafür gearbeitet und sich dieses Highlight in ihrer Karriere redlich verdient“, hatte dagegen Fröhlich in einer Verbandsmitteilung verlauten lassen.

Nächster Kurzflug-Aufreger: Spanien fliegt von Stuttgart nach München

17.42 Uhr: Bei der Fußball-EM sorgt Spanien für einen weiteren Aufreger wegen eines Kurzfluges. Wie der spanische Verband bestätigte, fliegt der Turnier-Topfavorit am Montagabend (18.00 Uhr) von Stuttgart zum Halbfinal-Spielort München. Dort trifft der Deutschland-Bezwinger am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) im Kampf um den Finaleinzug auf den WM-Zweiten Frankreich. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Beide süddeutschen Großstädte trennen nur 190 Kilometer Luftlinie. Mit dem Bus würde die Fahrtzeit etwa zweieinhalb Stunden dauern. Vor dem Abflug fahren die Spanier dem Medienbericht zufolge anderthalb Stunden mit dem Bus vom Teamcamp in Donaueschingen zum Stuttgarter Flughafen.

Bastian Greiner, Experte für Mobilität und Verkehr beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Baden-Württemberg, kritisierte die Aktion scharf. „Wir verurteilen den Kurzstreckenflug, der grundsätzlich für das Klima hochproblematisch ist“, sagte Greiner der Deutschen Presse-Agentur: „Außerdem haben Fußballspieler und Nationalmannschaften eine Vorbildfunktion, deswegen ist es umso unverständlicher.“

Scholz lädt DFB-Team ins Kanzleramt ein

12.53 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat das DFB-Team von Julian Nagelsmann nach dem Aus bei der Heim-EM ins Kanzleramt eingeladen. Das bestätigte Scholz' Sprecher Hebestreit gegenüber „ntv“. Einen Termin gibt es allerdings noch nicht.

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Er gab uns Elfmeter nicht: Englischer Skandal-Schiri wird kein EM-Spiel mehr pfeifen

12.22 Uhr: Mehr als 300.000 Menschen haben sich einer wohl aussichtslosen Online-Petition angeschlossen, die eine Wiederholung des EM-Viertelfinales zwischen Spanien und Deutschland fordert. Begründet wird die Forderung mit angeblich vielen Fehlentscheidungen des englischen Schiedsrichters Anthony Taylor bei der 1:2-Niederlage der deutschen Mannschaft nach Verlängerung.

Schiedsrichter Taylor wird allerdings kein weiteres Spiel der Europameisterschaft pfeifen. Das berichtet die britische „Daily Mail“. Es war auch in den letzten Turnieren der Fall, dass die Schiedsrichter aus den letzten vier Nationen nicht mehr weiter pfeifen. Ohnehin wäre Taylor im Halbfinale der Engländer nicht zum Einsatz gekommen. Ein Final-Einsatz wäre nur dann möglich gewesen, wenn England am Mittwoch gegen die Niederlande verliert.

Im Halbfinale kommt es für Bellingham zu einem brisanten Wiedersehen

11.57 Uhr: Der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer leitet das EM-Halbfinale an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Dortmund zwischen den Niederlanden und England. Für den 43-jährigen Zwayer ist es bereits der vierte Einsatz bei der Heim-Europameisterschaft. Zuvor hatte der Berliner auch das Achtelfinale der Niederländer gegen Rumänien (3:0) sowie die Gruppenspiele Italien gegen Albanien (2:1) und Türkei gegen Portugal (0:3) gepfiffen.

Assistiert wird Zwayer an den Linien erneut von Stefan Lupp und Marco Achmüller. Vierter Offizieller ist Daniel Siebert, der bei der EM ebenfalls als Hauptschiedsrichter zum Einsatz gekommen war. Als Video-Referees sind Bastian Dankert und Christian Dingert vorgesehen, ihnen steht Marco Fritz zur Seite.

Zwayer und Bellingham - da war doch was?

Brisant ist die Ansetzung wegen eines Vorwurfs des englischen Offensivstars Jude Bellingham im Dezember 2021. Der damalige Profi von Borussia Dortmund hatte Zwayer nach dessen umstrittener Leitung im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München (2:3) scharf kritisiert und dem Schiedsrichter in Anspielung auf den 18 Jahre zurückliegenden Skandal um Robert Hoyzer indirekt Bestechlichkeit vorgeworfen.Zwayer wies diese Vorwürfe entschieden zurück, legte nach dem Spiel aber auch aufgrund massiver Anfeindungen eine mehrwöchige Pause ein.

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