Schottland weint - Ungar bricht auf Feld zusammen - Kapitän übt harte Kritik an Rettern

Ungarns Dominik Szoboszlai hilft beim Tragen der Rettungstrage.<span class="copyright">dpa</span>
Ungarns Dominik Szoboszlai hilft beim Tragen der Rettungstrage.dpa

Ungarn siegt durch ein Tor in der 99. Minute mit 1:0 gegen Schottland und darf vom Achtelfinale träumen. Überschattet wird das Spiel aber von der Verletzung des Ungarn Barnabas Varga. Sein Kapitän übt harsche Kritik an den Rettern.

Fußball-EM , Gruppe A

Varga nach Zusammenprall operiert - Partnerin: „Ganze Sache war ein Alptraum“

20.19 Uhr: Nach seinem schweren Zusammenprall mit dem schottischen Torhüter ist Ungarns Stürmer Barnabas Varga operiert worden. Der 29-Jährige habe den Eingriff gut überstanden, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, teilte seine Freundin Laura ungarischen Medien am Montag mit. „Es ist unmöglich zu beschreiben, was wir gefühlt haben, die ganze Sache war ein Alptraum, ich möchte nicht einmal darüber reden“, sagte Vargas Partnerin.

Zuvor hatte Ungarns Team wissen lassen, dass der Fußballprofi noch zwei Tage im Krankenhaus bleiben wird. Wenn alles nach Plan laufe, könne Varga schon am Mittwoch wieder entlassen werden, hieß es. „Barni ist über den Berg“, postete Freundin Laura in den sozialen Medien.

Szoboszlai kritisiert zu langsame Retter: „Wir müssen etwas ändern“

06.25 Uhr: Nach dem Spiel äußerte sich Ungarns Kapitän Dominik Szoboszlai zu dem schockierenden Vorfall um Stürmer Barnabas Varga. „Es ist besser, wenn ich nicht darüber rede. Ich war einer der Ersten, der da war. Und ich war selber schockiert. Ich habe probiert, ihn auf die Seite zu legen, was eigentlich die beste Sache ist in solch einer Situation. Er hat nicht richtig Luft bekommen“, berichtete Liverpool-Profi Dominik Szoboszlai im Interview bei „MagentaTV“.

Szoboszlai kritisierte die Abläufe unmittelbar nach der Szene. Seiner Einschätzung nach dauerte es zu lange, bis die Sanitäter auf den Platz und Varga zur Hilfe kamen. „Ich habe keine Ahnung, was mit dem Protokoll ist, ob die Leute nicht auf den Platz laufen dürfen, wenn wir Hilfe brauchen. (...) Wir müssen daran etwas ändern. Wir müssen das viel schneller machen. Jeder weiß, dass Sekunden etwas bringen“, sagte er.

Zustand von Varga stabil

00:55 Uhr: Stürmer Barnabas Varga befindet sich nach Angaben des ungarischen Fußball-Verbands in stabilem Zustand und ist in einem Stuttgarter Krankenhaus. Wegen einer Fraktur unter dem Auge ist die Europameisterschaft für den 29 Jahre alten Angreifer aber auch dann vorbei, sollte es sein Team noch ins Achtelfinale oder darüber hinaus schaffen. Das sagte Trainer Marco Rossi nach dem 1:0 im letzten EM-Gruppenspiel gegen Schottland. Varga habe eine Gehirnerschütterung und mehrere Brüche im Gesicht erlitten und müsse höchstwahrscheinlich operiert werden, hieß es in der Nacht zu Montag in einem weiteren Post des Verbandes auf der Plattform X.

Erstes Gesundheitsupdate bei Ungarn-Star

23.30 Uhr: Jetzt gibt es die ersten Gesundheitsinformationen zu Ungarns Stürmer Barnabas Varga, nachdem er mit Sichtschutz abtransportiert wurde. Nach Informationen von Magenta TV war er noch vor Schlusspfiff ansprechbar und auf dem Weg ins Krankenhaus. Dort wird er laut dem ungarischen Verband behandelt. Sein Zustand sei stabil, heißt es auf dem X-Account der Mannschaft. Varga war nach einem Zusammenprall reglos liegengeblieben.

Schottland - Ungarn 0:1

Tor: 0:1 Csoboth (90.+10)

Dank Joker Kevin Csoboth träumt die ungarische Fußball-Nationalmannschaft vom Weiterkommen bei der Europameisterschaft. Das spät in der Nachspielzeit erzielte 1:0 am Sonntag gegen Schottland wurde aber kurzzeitig von einem medizinischen Einsatz überschattet, infolgedessen Barnabás Varga unter Sichtschutz aus dem Stadion transportiert werden musste. Nach Informationen von MagentaTV war Varga noch vor Schlusspfiff ansprechbar und auf dem Weg ins Krankenhaus.

Das Team von Trainer Marco Rossi kletterte auf den dritten Platz in der Gruppe A. Die „Bravehearts“ scheitern dagegen erneut in der Gruppenphase. Noch nie kamen sie bisher in die K.o.-Phase bei einer EM.

Die in Stuttgart vor 54.000 Zuschauern mit viel Bundesliga-Power angetretenen Magyaren sammelten drei Zähler, Schottland hat einen Punkt auf dem Konto. Wie schon bei den Turnieren 2016 und 2021 qualifizieren sich neben den jeweils besten zwei Teams der sechs Vorrundengruppen auch die vier besten Dritten für die K.-o.-Phase. Auf dieses Szenario darf Ungarn noch hoffen.

Die größten Chancen vor dem Siegtor hatten die Ungarn. Der aufgerückte Abwehrspieler Willi Orbán von RB Leipzig köpfte nach 41 Minuten einen Freistoß seines früheren Mannschaftskollegen Dominik Szobozslai an die Latte und Csoboth scheiterte am Pfosten (90. +2). Acht Minuten später verwandelte er einen Konter zum wichtigen Sieg.