Fußball: Lionel Messi: Messias am Abgrund

Argentiniens Fußball steckt tiefer in der Krise denn je. Nun droht sogar eine WM ohne Lionel Messi. Wie konnte es nur so weit kommen?

Barcelona.  Nach und nach trudelten die Nationalspieler am Teamquartier in Ezeiza bei Buenos Aires ein. Keiner sagte ein Wort, das war so abgemacht worden, nachdem der Angreifer Ezequiel Lavezzi bei der letzten Zusammenkunft des Marihuana-Konsums bezichtigt wurde. Presseboykott – dabei sind unverschämte Medien wohl noch das geringste Problem des argentinischen Fußballs.

Für die Nationalelf steigt Donnerstagnacht das "dritte Endspiel" ("Olé") gegen Chile, ihren Bezwinger in den letzten beiden Finals der Südamerikameisterschaft. Die Auswahl des umstrittenen Trainers Edgardo Bauza liegt in der WM-Qualifikation nur auf Platz fünf und damit gerade noch auf einen Play-off-Rang. Im Alltag ist man derweil froh, dass überhaupt wieder gekickt wird, nachdem die Liga wegen eines Spielerstreiks gerade erst mit über einem Monat Verspätung in die zweite Saisonhälfte startete.

Wer sich in den letzten Monaten auch äußerte, zeichnete ein vernichtendes Bild von den Zuständen im Land von Maradona und Messi: "Hier herrscht das Chaos" – César Luis Menotti, Weltmeistertrainer von 1978. "Der Fußball steckt in einer noch größeren Krise als die Nation" – Staatspräsident Mauricio Macri. "Ich bin müde, es beschämt mich, dass wir es nicht schaffen, die Dinge richtig zu machen" – Armando Pérez, Präsident der von Fifa und Regierung eingesetzten "Normalisierungskommission" im Fußballverband Afa.

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