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Fußballstar Dani Alves wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Barcelona vor Gericht

Der brasilianische Fußballer Dani Alves muss sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Barcelona verantworten. Zum Prozessauftakt in der spanischen Metropole wurde der 40-Jährige durch einen Seiteneingang in den vollbesetzten Gerichtssaal geführt. (Jordi BORRAS)
Der brasilianische Fußballer Dani Alves muss sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Barcelona verantworten. Zum Prozessauftakt in der spanischen Metropole wurde der 40-Jährige durch einen Seiteneingang in den vollbesetzten Gerichtssaal geführt. (Jordi BORRAS)

Der brasilianische Fußballer Dani Alves muss sich seit Montag wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Barcelona verantworten. Zum Prozessauftakt in der spanischen Metropole wurde der 40-Jährige durch einen Seiteneingang in den vollbesetzten Gerichtssaal geführt. Ihm wird vorgeworfen, eine junge Frau in der Toilette eines Nachtclubs vergewaltigt zu haben. Die Klägerin sagte am ersten Prozesstag eine Stunde lang aus. Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft, Alves weist die Vorwürfe zurück.

Der ehemalige brasilianische Nationalspieler, der früher bei den Top-Klubs FC Barcelona und Paris Saint-Germain spielte, sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. Er war festgenommen worden, nachdem ihm eine junge Frau vorgeworfen hatte, sie am 31. Dezember 2022 in der Toilette des VIP-Bereiches eines Nachtclubs in Barcelona vergewaltigt zu haben. Wegen Fluchtgefahr kam der 40-Jährige nicht auf Kaution frei.

Die Anklage wirft Alves sexuelle Angriffe vor, zu denen auch eine Vergewaltigung zählt. Er habe der jungen Frau und Begleiterinnen zunächst Champagner spendiert und sie dann in die Toilette gelockt. Dort habe er die Frau zu sexuellen Handlungen gezwungen - obwohl sein Opfer "ihn mehrmals aufgefordert hat, sie gehen zu lassen". In der Anklageschrift werden eine neunjährige Haftstrafe sowie eine Entschädigungszahlung an sein mutmaßliches Opfer in Höhe von 150.000 Euro gefordert.

Die 40-jährige Klägerin, deren Identität geschützt wird, wurde am Montag mehr als eine Stunde lang vom Gericht angehört. Dabei war sie durch einen Sichtschutz von dem Fußballstar getrennt. Die hinter verschlossenen Türen stattfindende Anhörung wurde nicht veröffentlicht. Auf der nur für den Richter bestimmten Aufnahme wurden die Stimme der Klägerin verändert und ihr Gesicht verpixelt - für den Fall, dass Informationen durchsickern sollten.

Alves, der in der ersten Reihe saß und von einem Polizisten bewacht wurde, blieb während der Anhörung still. Der Prozess soll am Dienstag um 15.00 Uhr MEZ fortgesetzt werden und bis Mittwoch dauern.

Alves hatte sich nach der mutmaßlichen Tat in Widersprüche verstrickt. Vor seiner Festnahme sagte er in einem Fernsehinterview, er kenne die Frau, die ihn beschuldige, überhaupt nicht. Nach seiner Festnahme gab er gegenüber den Ermittlern jedoch an, er habe einvernehmlichen Sex mit der Frau gehabt.

In einem im Juni veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Vanguardia" versicherte der Brasilianer, er habe ein "reines Gewissen" und sei unschuldig. Dass er den Geschlechtsverkehr in dem Nachtclub zunächst geleugnet habe, begründete er mit seiner Befürchtung, seine Frau werde ihn wegen seines Fremdgehens verlassen.

Alves hat in seiner Fußball-Karriere 42 Titel gewonnen, darunter drei Champions-League-Titel mit dem FC Barcelona. Nach seiner Festnahme wurde er von seinem mexikanischen Verein Pumas UNAM hinausgeworfen.

kbh/kas