Funk-Zoff bei Renault unterstreicht Hülkenbergs Probleme

Markus Bosch
Das Rennen in Silverstone war schon gelaufen, die Zielflagge geschwenkt, Lewis Hamilton mal wieder als Sieger gefeiert.Nico Hülkenberg aber hatte in seiner Auslaufrunde beim Großen Preis von Großbritannien noch Redebedarf."Es fällt mir schwer zu verstehen, warum wir nicht früher stoppen konnten. Das hat uns dieses Rennen gekostet. Ich hatte ehrlich Probleme. Ich will keine Spielchen spielen oder Bullshit reden. Aber ihr müsst mir manchmal einfach glauben! Verdammt nochmal einfach glauben", polterte der Renault-Pilot am Boxenfunk.Die Versuche von Renningenieur Mark Slade, seinen Piloten zu beruhigen ("Ich verstehe, Nico. Ich verstehe vollkommen."), blieben erfolglos.Hülkenberg war längst auf 180: "Meine Reifen waren auf 140 ('hundred-fucking-forty'), und ihr sagt noch: 'Nein, nein, alles gut, lassen wir ihn draußen, alles ist gut.'"Slades Antwort fiel daraufhin knapp aus: "Verstanden. Wir reden nach dem Rennen darüber." Hülkenberg muss sich hinter Ricciardo anstellenWas aber war passiert, dass der sonst als besonnen geltende Deutsche seinem Ärger via Boxenfunk Luft verschaffte?Wenn man so will, kumulierten in Silverstone all jene Sorgen in einem einzigen Rennen, die Hülkenberg bereits die komplette Saison über begleiten.Ein Auto, das nicht die erhoffte Leistung bringt. Seine Rolle bei Renault an der Seite von Teamkollege Daniel Ricciardo. Und vor allem: Ergebnisse, die den Erwartungen hinterherhinken.Auf der englischen Traditionsrennstrecke klagte Hülkenberg bereits in Runde neun über Probleme mit den Reifen - zu einem Zeitpunkt, als er nur 1,5 Sekunden hinter Ricciardo lag. Drei Runden später waren zwei weitere Sekunden hinzugekommen, ohne dass Hülkenberg gröbere Schnitzer unterlaufen wären.Doch Renault verweigerte Hülkenberg in Runde zwölf gleich zweimal einen Boxenstopp, weil Ricciardo in eben jener Runde an die Box kam.Teamchef Cyril Abiteboul verteidigte bei Motorsport-Total die Entscheidung: "Er (Hülkenberg, Anm. d. Red.) war im Qualifying hinter Daniel, er war in der ersten Runde hinter Daniel - aber er wollte trotzdem früher Reifen wechseln. Es ist nur fair, dass er sich hinter Daniel anstellen musste." Teamchef räumt Fehler einAbiteboul räumte aber auch ein, dass sein Team Hülkenbergs Rennsonntag "unnötig schwer gemacht" habe. Hülkenbergs Stopp sei "wahrscheinlich zu spät" gekommen.War Hülkenberg in der Anfangsphase noch direkt hinter Ricciardo platziert, lagen am Ende des Rennens drei Plätze und 18 Sekunden zwischen beiden Piloten. Ricciardo erreichte Rang sieben (sechs Punkte), Hülkenberg rettete auf Rang zehn immerhin einen Zähler.Jetzt aktuelle Fanartikel zur Formel 1 kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGEIn der Summe der gesammelten Punkte lag das Duo damit aber wieder einmal hinter McLaren.Vor der aktuellen Saison war Renault mit dem Ziel angetreten, hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull mindestens wieder die vierte Kraft zu werden. Dafür wurde mit Daniel Ricciardo immerhin ein siebenmaliger Grand-Prix-Sieger verpflichtet. Renault mit schwachem SaisonstartDoch die Rechnung von Renault geht bislang nicht auf. Insbesondere zu Saisonbeginn hatten die Franzosen mit großen Problemen zu kämpfen. Erst im siebten Rennen landeten Hülkenberg und Ricciardo erstmals gemeinsam in den Punkten.Doch ein Wendepunkt war das Rennen in Montreal nicht. Denn die Strecke ohne lange Kurven kam den Renaults schlichtweg entgegen. Im Anschluss fuhren Hüllkenberg und Ricciardo in Frankreich, Österreich und zuletzt in Großbritannien insgesamt nur noch elf weitere Zähler ein, während McLaren 30 Zähler einsammelte. So beträgt der Rückstand auf Rang vier in der Konstrukteurswertung inzwischen 21 Punkte - das Mindestziel ist akut in Gefahr. Teamkonflikt drohtZu allem Überfluss droht nun auch noch ein teaminterner Konflikt, denn trotz seines exzellenten Rufes konnte sich Ricciardo bisher keinen eindeutigen Status als Nummer eins erarbeiten. In der Fahrerwertung liegt Hülkenberg nach zehn von 21 Rennen auf dem elften Rang, direkt hinter seinem Teamkollegen. Auf den Australier fehlen ihm haargenau die in Silverstone eingebüßten fünf Zähler.Eine dauerhafte Bevorzugung von Ricciardo wird sich Hülkenberg wohl nicht bieten lassen, das hat seine Reaktion in Silverstone gezeigt.

Das Rennen in Silverstone war schon gelaufen, die Zielflagge geschwenkt, Lewis Hamilton mal wieder als Sieger gefeiert.

Nico Hülkenberg aber hatte in seiner Auslaufrunde beim Großen Preis von Großbritannien noch Redebedarf.

"Es fällt mir schwer zu verstehen, warum wir nicht früher stoppen konnten. Das hat uns dieses Rennen gekostet. Ich hatte ehrlich Probleme. Ich will keine Spielchen spielen oder Bullshit reden. Aber ihr müsst mir manchmal einfach glauben! Verdammt nochmal einfach glauben", polterte der Renault-Pilot am Boxenfunk.


Die Versuche von Renningenieur Mark Slade, seinen Piloten zu beruhigen ("Ich verstehe, Nico. Ich verstehe vollkommen."), blieben erfolglos.

Hülkenberg war längst auf 180: "Meine Reifen waren auf 140 ('hundred-fucking-forty'), und ihr sagt noch: 'Nein, nein, alles gut, lassen wir ihn draußen, alles ist gut.'"

Slades Antwort fiel daraufhin knapp aus: "Verstanden. Wir reden nach dem Rennen darüber."

Hülkenberg muss sich hinter Ricciardo anstellen

Was aber war passiert, dass der sonst als besonnen geltende Deutsche seinem Ärger via Boxenfunk Luft verschaffte?

Wenn man so will, kumulierten in Silverstone all jene Sorgen in einem einzigen Rennen, die Hülkenberg bereits die komplette Saison über begleiten.

Ein Auto, das nicht die erhoffte Leistung bringt. Seine Rolle bei Renault an der Seite von Teamkollege Daniel Ricciardo. Und vor allem: Ergebnisse, die den Erwartungen hinterherhinken.


Auf der englischen Traditionsrennstrecke klagte Hülkenberg bereits in Runde neun über Probleme mit den Reifen - zu einem Zeitpunkt, als er nur 1,5 Sekunden hinter Ricciardo lag. Drei Runden später waren zwei weitere Sekunden hinzugekommen, ohne dass Hülkenberg gröbere Schnitzer unterlaufen wären.

Doch Renault verweigerte Hülkenberg in Runde zwölf gleich zweimal einen Boxenstopp, weil Ricciardo in eben jener Runde an die Box kam.

Teamchef Cyril Abiteboul verteidigte bei Motorsport-Total die Entscheidung: "Er (Hülkenberg, Anm. d. Red.) war im Qualifying hinter Daniel, er war in der ersten Runde hinter Daniel - aber er wollte trotzdem früher Reifen wechseln. Es ist nur fair, dass er sich hinter Daniel anstellen musste."

Teamchef räumt Fehler ein

Abiteboul räumte aber auch ein, dass sein Team Hülkenbergs Rennsonntag "unnötig schwer gemacht" habe. Hülkenbergs Stopp sei "wahrscheinlich zu spät" gekommen.

War Hülkenberg in der Anfangsphase noch direkt hinter Ricciardo platziert, lagen am Ende des Rennens drei Plätze und 18 Sekunden zwischen beiden Piloten. Ricciardo erreichte Rang sieben (sechs Punkte), Hülkenberg rettete auf Rang zehn immerhin einen Zähler.

Jetzt aktuelle Fanartikel zur Formel 1 kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE

In der Summe der gesammelten Punkte lag das Duo damit aber wieder einmal hinter McLaren.

Vor der aktuellen Saison war Renault mit dem Ziel angetreten, hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull mindestens wieder die vierte Kraft zu werden. Dafür wurde mit Daniel Ricciardo immerhin ein siebenmaliger Grand-Prix-Sieger verpflichtet.

Renault mit schwachem Saisonstart

Doch die Rechnung von Renault geht bislang nicht auf. Insbesondere zu Saisonbeginn hatten die Franzosen mit großen Problemen zu kämpfen. Erst im siebten Rennen landeten Hülkenberg und Ricciardo erstmals gemeinsam in den Punkten.


Doch ein Wendepunkt war das Rennen in Montreal nicht. Denn die Strecke ohne lange Kurven kam den Renaults schlichtweg entgegen. Im Anschluss fuhren Hüllkenberg und Ricciardo in Frankreich, Österreich und zuletzt in Großbritannien insgesamt nur noch elf weitere Zähler ein, während McLaren 30 Zähler einsammelte. So beträgt der Rückstand auf Rang vier in der Konstrukteurswertung inzwischen 21 Punkte - das Mindestziel ist akut in Gefahr.

Teamkonflikt droht

Zu allem Überfluss droht nun auch noch ein teaminterner Konflikt, denn trotz seines exzellenten Rufes konnte sich Ricciardo bisher keinen eindeutigen Status als Nummer eins erarbeiten. In der Fahrerwertung liegt Hülkenberg nach zehn von 21 Rennen auf dem elften Rang, direkt hinter seinem Teamkollegen. Auf den Australier fehlen ihm haargenau die in Silverstone eingebüßten fünf Zähler.


Eine dauerhafte Bevorzugung von Ricciardo wird sich Hülkenberg wohl nicht bieten lassen, das hat seine Reaktion in Silverstone gezeigt.