Götterdämmerung bei "Let's Dance": Rúrik Gíslason gewinnt die 14. Staffel

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Ein wenig geübt hatte Rúrik zuvor bereits beim Freestyle als nordischer Gott
Ein wenig geübt hatte Rúrik zuvor bereits beim Freestyle als nordischer Gott "Thor" - inklusive großem Plastikhammer. (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)

 

Da ruft man für Rúrik an und landet bei Valentina: "Schiebung!" beschwerten sich Zuschauer während des Finales von "Let's Dance" (RTL), Moderator Daniel Hartwich musste live beruhigen. Doch was sind vermeintlich fehlgeleitete Anrufe gegen Thors Hammer: Rúrik Gíslason ist "Dancing Star 2021".

Kurz vor der Entscheidung hatte Schauspielerin Valentina Pahde bei der Jury die Nase vorn: jeweils die Höchstwertung von 30 Punkten für Jury- und Lieblingstanz sowie den Freestyle. Gewohnt leichtfüßig und souverän tanzte sie mit Partner Valentin Lusin eine Rumba, ihren bereits legendären Wiener Walzer und einen Freestyle zum Thema "Marilyn Monroe". 

Valentina Pahde: Harte Ansage an ihre Kritiker

Durch "gute und schlechte Zeiten" sei sie in den drei Monaten gegangen, so die GZSZ-Darstellerin. Publikum und Jury sahen dabei meist nur ihre Schokoladenseite. "Mehr geht nicht", lobte Joachim Llambi: "Du brauchst kein Spektakel, denn du tanzt sensationell." "Ich würde gerne aufstehen und vor dir auf die Knie gehen", schwärmte Motsi Mabuse nach dem Wiener Walzer des "ValenTeam", "aber mein Kleid sagt nein."

Fußballer recken bekanntlich gerne Pokale in die Höhe, was dem ehemaligen isländischen Nationalspieler Rúrik Gíslason in seiner Karriere nicht übermäßig oft zuteil wurde. Nun kann er allerdings ausgiebig feiern: Mit Renata Lusin ist er
Fußballer recken bekanntlich gerne Pokale in die Höhe, was dem ehemaligen isländischen Nationalspieler Rúrik Gíslason in seiner Karriere nicht übermäßig oft zuteil wurde. Nun kann er allerdings ausgiebig feiern: Mit Renata Lusin ist er "Dancing Star 2021". (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)

 

Rúrik, die Naturgewalt

Doch nicht nur Motsis farbenprächtige Mini-Robe, auch das Publikum hatte an diesem Abend offenbar andere Pläne. "Wie sagt man: In der Ruhe liegt die Kraft, oder?", fragte die Jurorin. "Nein, nein", so Daniel Hartwich: "In Rúrik liegt die Kraft!" Und wie: Seinem eleganten Tango und dem explosiven Jive zu "Don't Worry Be Happy" ließen der isländische Fußballer und Renata "Granata" Lusin einen Freestyle folgen, unter dem das Parkett erbebte: Zum Soundtrack von "Thor" und Led Zeppelins "Immigrant Song" flatterten Rúriks offene Haare im Studiowind, schwang er als nordischer Gott den Plastikhammer und überzeugte bei allem Pathos mit präziser Rumba, Wiener Walzer und Paso Doble. "Rúrik, die Naturgewalt", zeigte sich Daniel Hartwich begeistert, der kurz zuvor aufgebrachte Teile des TV-Publikums von der Rechtmäßigkeit des Telefonvotings überzeugen musste: "Wir bekommen Beschwerden, dass bei Anrufen für Rúrik Valentinas Stimme zu hören ist. Es sind aber nur die Audiofiles, die durcheinander geraten sind."

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Audio hin oder her, "Deutsch und Reden" seien sowieso nicht seine Stärke, "aber beim Tanzen gebe ich alles", fasste Rúrik seine Erfolgsstrategie zusammen, deren Ergebnis Motsi Mabuse im Finale zu Tränen rührten. Zu ergänzen wären höchstens noch der hinreißende Akzent, der treuherzig-feurige Blick, athletische Höchstleistungen und ein klares Bekenntnis zu dem Land, in dem er sein Tanztalent entdeckte: "Ich bleibe in Deutschland. Forever. Ich meine es ernst, ich suche gerade eine Wohnung."

Das faszinierte nicht nur die aus Österreich stammende Moderatorin Victoria Swarovski ("Wirklich? Hast du dich so in Deutschland verliebt?"), sondern versetzte auch die sozialen Medien in Wallungen. Vor Immobilienangeboten wird sich der neue "Dancing Star 2021" ab sofort nicht retten können: "Ich ziehe gerne in meine Garage", schlägt eine Facebook-Userin eine eventuelle WG-Gründung vor.

Als
Als "Lieblingstanz" performten Rúrik und Renata ihren spektakulär schnellen Jive zu "Don't Worry Be Happy". (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)

 

Klischees, Herz und Toleranz

Bekanntlich mit seinem bei "Prince Charming" kennengelernten Freund Lars Tönsfeuerborn zusammen wohnt der Drittplatzierte des Abends, Nicolas Puschmann. Dieser verfolgte dann auch stolz und gebannt im Studio die Performance seines Partners mit "King Choreo" Vadim Garbuzov. Dem Tango folgte der großartige Charleston zu Nina Hagens "Du hast den Farbfilm vergessen", gefolgt von einem ebenso fulminanten "Rocky Horror Picture Show"-Freestyle, bei dem am Schluss nur die Strapse fehlten.

"Wenn sich die Leute an ein Männerpaar gewöhnt haben, kann man auch mal in die Klischeekiste greifen", zeigte sich "Sweet Transvestite" Puschmann zufrieden mit seiner abschließenden "Gefühlsachterbahn", von denen er bei "Let's Dance" inklusive Abwahl und Comeback wahrlich genug erlebt hatte. Sein Hauptziel habe er erreicht: Zu zeigen, dass es beim Tanzen (und auch sonst) nicht auf das Geschlecht ankomme, sondern auf "Herz und Toleranz".

Für die Zuschauer verblassten im Finale sogar Rúriks und Renatas größte Konkurrenten, Renatas Ehemann Valentin Lusin und Schauspielerin Valentina Pahde (beide im Hintergrund). (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)
Für die Zuschauer verblassten im Finale sogar Rúriks und Renatas größte Konkurrenten, Renatas Ehemann Valentin Lusin und Schauspielerin Valentina Pahde (beide im Hintergrund). (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)

 

Endlich wieder Fitness

Und so bleibt es beim Tanzprofi-Ehepaar Renata und Valentin Lusin, sich nach dem gemeinsam bestrittenen Finale den Pokal zu teilen (Renata: "Schatz, der ist für uns beide") - wenn "Dancing Star" Rúrik sie lässt, erfüllte er doch sein und Renatas wöchentliches Motto "Let's give 'em a Show!" aufs Überzeugendste. Was er nach den harten Trainingswochen nun als nächstes vorhabe, wollte Victoria Swarovski zum Abschluss wissen. Rúriks fitnessorientierte Antwort: "Ich möchte endlich mal wieder ins Gym."

Von der Jury erhielten Valentina Pahde und Valentin für jeden Tanz die Höchstwertung von 30 Punkten, zum Beispiel für die Rumba zu
Von der Jury erhielten Valentina Pahde und Valentin für jeden Tanz die Höchstwertung von 30 Punkten, zum Beispiel für die Rumba zu "No Se Por Que Te Quiero" von Ana Belén und Antonio Banderas. (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)