Göttinger Organspendeskandal - Ex-Chefarzt verliert Bezüge

·Lesedauer: 1 Min.

Göttingen (dpa) - Im Zusammenhang mit dem sogenannten Göttinger Organspendeskandal verliert ein ehemaliger Chefarzt sein Ruhegehalt. Das Verwaltungsgericht Göttingen urteilte im März gegen den früheren Professor der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte.

Der Beklagte soll in elf Fällen durch manipulierte Blutwerte Einfluss auf die Empfänger von Spenderorganen genommen haben. Gegen das nun zugestellte Urteil kann innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden.

Die UMG, die die Disziplinarklage eingereicht hatte, hält den Mediziner für eine der zentralen Figuren in dem Organspendeskandal. Im Juli 2012 beurlaubte die Klinik den verbeamteten Arzt. Eine Weiterbeschäftigung sei wegen eines endgültig eingetretenen Vertrauensverlustes nicht mehr zumutbar gewesen. Dieser Auffassung folgte das Gericht. Der Beklagte ist inzwischen im Ruhestand.

Das Auffliegen des Organspendeskandals in Göttingen hatte 2012 weitreichende Folgen. An mehreren deutschen Kliniken wurden Manipulationen aufgedeckt, wodurch das Vertrauen zur Transplantationsmedizin nachhaltig erschüttert wurde.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.