Gabriel besucht Serbien und das Kosovo

Gabriel

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Balkanstaaten Serbien und Kosovo zur Überwindung alter Konflikte aufgerufen. "Auf dem Westbalkan hat es in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gegeben", erklärte Gabriel am Mittwoch in Berlin kurz vor seinem Besuch in Belgrad und Pristina.

"Zuletzt haben wir aber auch gesehen, dass manche Wunden der Vergangenheit tief sitzen und heute noch zu Spannungen führen können." Seinen Gesprächspartnern in Serbien und im Kosovo werde er versichern: "Der Weg Richtung EU steht weiterhin offen, wenn Ihr Euch für Reformen und Fortschritt statt für Spaltung und Stillstand entscheidet."

Gabriel wird am Nachmittag in der serbischen Hauptstadt Belgrad erwartet, wo er mit Ministerpräsident Aleksandar Vucic zusammentreffen möchte, der vor kurzem bei der Präsidentenwahl einen umstrittenen Sieg eingefahren hat. Am Donnerstag will er in der kosovarischen Hauptstadt Pristina mit dem dortigen Regierungschef Isa Mustafa sprechen.

Die zu mehr als 90 Prozent von ethnischen Albanern bewohnte ehemalige serbische Provinz Kosovo war nach dem Krieg der Jahre 1998 und 1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. 2008 erklärte sich das Kosovo unter dem scharfen Protest Serbiens und Russlands für unabhängig. Die serbische Regierung und die Kosovo-Serben erkennen die Unabhängigkeit bis heute nicht an.

Kommende Woche will Gabriel Albanien besuchen. Es ist sein erster Besuch von Staaten des westlichen Balkans als Außenminister. Alle drei Länder streben eine Annäherung an die Europäische Union an.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen