Deutsche Politiker erfreut über Ausgang der ersten Wahlrunde in Frankreich

Merkel am Sonntagabend in Hannover

Der Sieg von Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl ist in Deutschland mit Freude und Erleichterung aufgenommen worden. "Gut, dass Emmanuel Macron mit seinem starken Kurs für eine starke EU und soziale Marktwirtschaft Erfolg hatte", schrieb der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er sei froh, dass Macron "die Wahlen anführen" werde, twitterte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD).

"Alles Gute für die nächsten zwei Wochen", schrieb Seibert weiter. Macron sei "der einzige wirklich pro-europäische Kandidat" unter den elf Bewerbern gewesen, erklärte Gabriel. SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte im ZDF, er sei "sehr froh, dass ein ausgewiesener Pro-Europäer" gewonnen habe. Dies sei auch gut für Deutschland.

Der Sieg Macrons im ersten Wahlgang zeige, dass "in diesen für Europa so schwierigen Zeiten mit klarer pro-europäischer Haltung" Wähler noch überzeugt werden könnten, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Staatsminister Michael Roth, der Online-Ausgabe der Zeitung "Die Welt".

Nationalismus und Populismus seien "kein Schicksal, dem wir uns einfach so ergeben müssen". Er hoffe, dass sich "jetzt alle Demokratinnen und Demokraten in der Stichwahl für Macron aussprechen", sagte Roth.

Auch CDU-Vertreter zeigten sich erfreut über den Ausgang der ersten Runde. "Ich meine, dass es für Deutschland und Europa nicht besser geht: Emmanuel Macron ist wirtschaftsreformorientiert - ich glaube, das braucht Frankreich auch - und er ist pro-europäisch, so sehr wie kein anderer in diesem Rennen", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, dem Fernsehsender Phoenix.

"Das gute Abschneiden von Macron, aber auch von Fillon, ist ein ermutigendes Signal für die Zukunft Europas", erklärte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt. Nun sei es "sehr unwahrscheinlich, dass ein Antieuropäer französischer Staatspräsident wird".

Die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir erklärten: "Es gilt nun, alle demokratischen und pro-europäischen Kräfte in Frankreich und Europa zu mobilisieren, um die nationalistische, populistische, fremdenfeindliche und anti-europäische Politik des Front National zu verhindern." "Mit seiner Botschaft von Zuversicht und Hoffnung und seinem klaren Ja zu Europa" sei Macron "der Gegenentwurf zu Marine Le Pen".

Macron und die Rechtspopulistin Le Pen gehen in die Stichwahl am 7. Mai. Laut ersten Hochrechnungen kam der 39-jährige Macron im ersten Wahlgang vom Sonntag auf 23 bis 24 Prozent und Le Pen auf 21,6 bis 23 Prozent. Der Mitte-Politiker Macron will die EU und die Eurozone vertiefen und die partnerschaftlichen Beziehungen zu Deutschland ausbauen. Le Pen wirbt dagegen für einen "Frexit", also einen EU-Austritt, und die Rückkehr zum Franc.

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