Gabriel erleichtert über Konsular-Besuch bei Deniz Yücel

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich erleichtert über den "nach Wochen des Wartens" erfolgten Besuch des deutschen Generalkonsuls in Istanbul bei dem inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel geäußert. Dieser sei "ohne Probleme verlaufen", erklärte Gabriel am Dienstag am Rande eines Besuchs in London. Die Haftbedingungen für Yücel beschrieb Gabriel als "nicht einfach".

"Umso wichtiger ist, dass Deniz Yücel weiß, dass wir uns nach wie vor mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass er freikommt", erklärte Gabriel weiter. Dies habe auch Generalkonsul Georg Birgelen dem Journalisten bei dem zweistündigen Besuch im Gefängnis von Silivri noch einmal versichert.

"Bis dahin werden wir im Gespräch mit der Türkei aber nun erst einmal sicherstellen müssen, dass die konsularische Betreuung verstetigt wird", pochte Gabriel auf einen dauerhaften Zugang deutscher Diplomaten zu dem Inhaftierten. Diese konsularische Betreuung hatte die Türkei entgegen ausdrücklicher Zusagen des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yilderim bisher verweigert.

Den Ausschlag für das Zustandekommen des Besuchs Birgelens gab laut Auswärtigem Amt offensichtlich eine Intervention des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu, bei dem Gabriel zuvor am Freitag noch einmal auf eine konsularische Betreuung Yücels gedrängt hatte. "Ich bin meinem türkischen Amtskollegen dankbar dafür, dass auch er sich für diesen Besuch eingesetzt hat", erklärte dazu nun Gabriel.

Yücel werden in der Türkei "Volksverhetzung" und "Terrorpropaganda" vorgeworfen, Erdogan bezeichnete den Journalisten als einen Agenten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Die Bundesregierung sieht für diese Vorwürfe nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte. Yücel befindet sich im Gefängnis in Einzelhaft.

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