Gabriel fordert EU zu mehr Unabhängigkeit von den USA auf

Anlässlich des 60. Jahrestags der Römischen Verträge hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) die Deutschen zu mehr Bescheidenheit in Europa aufgefordert

Zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) die Europäische Union zu mehr Unabhängigkeit von den USA aufgerufen. Die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten und die Nato seien zwar die "Grundpfeiler der transatlantischen Gemeinschaft", heißt es in einem Gastbeitrag Gabriels für die "Rheinische Post" (Donnerstagsausgabe). Die Europäische Union müsse aber in der Lage sein, "Krisen und Konflikte in ihrer Nachbarschaft eigenständig zu bewältigen".

Die EU benötige außerdem "starke Außengrenzen". Das sei wichtig "inmitten der Krisen in unserer Nachbarschaft und der Flüchtlingsströme". Auch bei der inneren Sicherheit und beim Anti-Terror-Kampf müsse die EU "besser werden". Schließlich müsse der Binnenmarkt gestärkt und die "soziale Dimension des europäischen Projekts" ernst genommen werden. Notwendig seien Investitionen in "digitale Infrastruktur" sowie in Bildung und Forschung.

Das anstehende Jubiläum der Europäischen Union bezeichnete Gabriel ungeachtet aller "Schwächen" als "einschneidende Wegmarke des erfolgreichsten Projekts für Freiheit, Frieden und Wohlstand, das die Welt je gesehen hat".

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 legte den Grundstein für die heutige Europäische Union. Bei ihrem Sondergipfel am kommenden Samstag in Rom wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten ohne Großbritannien eine Erklärung über die Ausrichtung der EU in den kommenden zehn Jahren verabschieden.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen