Gabriels Twitter-Comeback: Stones und leise Merkel-Kritik

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel twittert wieder. Zwei Jahre war es still auf seinem Account. Der SPD-Chef beantwortete in einem Interview Fragen unter dem Schlagwort «#fragsigmar». Foto: Stephanie Pilick

Zwei Jahre war Sigmar Gabriel bei Twitter auf Tauchstation, zwitscherte kein einziges Mal. Jetzt hat er sich im Internet-Kurznachrichtendienst zurückgemeldet.

Der SPD-Chef, der über 51 000 Follower hat, beantwortete in einem Interview die Fragen anderer Nutzer. Das Schlagwort «#fragsigmar» gehört zeitweise zu den gefragtesten Politik-Themen im Netz.

Die unvermeidliche Frage, wer 2017 für die SPD als Kanzlerkandidat antritt und ob NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) eine Chance gegen Angela Merkel hätte, pariert Gabriel so: «In einer Demokratie hat jede und jeder die Chance zu gewinnen.»

Auch bei anderen Fragen zur SPD-Lage, zur Koalition oder zur Außenpolitik ist der Vizekanzler auf der Hut. Nur beim Atomausstieg, den Kanzlerin Merkel 2011 nach der Fukushima-Katastrophe durchdrückte, erlaubt er sich leise Kritik: «Wie sie es getan hat, macht uns heute Probleme. Der rot-grüne Ausstiegsplan bis 2021/22 war besser.»

Ein Thema ist die Agenda 2010. So fragt einer, wann die SPD endlich die historische Leistung von Gerhard Schröder anerkenne? Gabriels Antwort: «Längst passiert. Aber nicht alles war richtig. Z.B. fehlte der Mindestlohn.» Auch das Privatleben interessiert die Twitter-Community.

Wie trinkt Gabriel seinen Kaffee? «Schwarz». In Sachen Musik (Beatles oder Rolling Stones) gibt der frühere Pop-Beauftragte der SPD ein klares Statement ab: «Stones natürlich. Watt ne Frage.» Nach rund 70 Minuten macht Gabriel Schluss. Zuhause in Goslar wartet Töchterchen Marie auf ihn: «So, nun muss ich nach Hause. Meine Tochter ist krank (nur Fieber). Aber das ist wichtiger als Politik und selbst als Twitter.»

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