Gambischer Ex-Minister wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt

Der frühere gambische Innenminister Ousman Sonko ist in der Schweiz wegen mehrerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona sprach ihn am Mittwoch "der mehrfachen vorsätzlichen Tötung, der mehrfachen Folter und der mehrfachen Freiheitsberaubung" schuldig. Das Gericht verfügte zudem, dass er nach Verbüssung der Strafe für zwölf Jahre aus der Schweiz ausgewiesen wird und den Privatklägern Schadenersatz leisten muss. (Elodie LE MAOU)

Der frühere gambische Innenminister Ousman Sonko ist in der Schweiz wegen mehrerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona sprach ihn am Mittwoch "der mehrfachen vorsätzlichen Tötung, der mehrfachen Folter und der mehrfachen Freiheitsberaubung" schuldig. Das Gericht verfügte zudem, dass er nach Verbüßung der Strafe für zwölf Jahre aus der Schweiz ausgewiesen wird und den Privatklägern Schadenersatz leisten muss.

Sonko war bis September 2016 zehn Jahre lang unter dem damaligen Präsidenten Yahya Jammeh Innenminister des westafrikanischen Staates Gambia und beantragte nach seiner Absetzung Asyl in der Schweiz, wo er im Januar 2017 festgenommen wurde. Die Nichtregierungsorganisation Trial International hatte ihn bei den Behörden angezeigt.

"Die Verurteilung von Ousman Sonko, einer der Säulen des brutalen Regimes von Yahya Jammeh, ist ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg zur Gerechtigkeit für Jammehs Opfer", sagte Menschenrechtsanwalt Reed Brody der Nachrichtenagentur AFP.

"Der lange Arm des Gesetzes holt Jammehs Komplizen auf der ganzen Welt ein und wird hoffentlich bald auch ihn selbst einholen", fügte Brody hinzu und wies darauf hin, dass es bereits eine Verurteilung in Deutschland gegeben habe und "ein weiterer Prozess in den USA bevorsteht".

Sonko wurde nach dem Grundsatz der universellen Gerichtsbarkeit angeklagt. Dieser erlaubt es Staaten, mutmaßliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord zu verfolgen - unabhängig davon, wo sie begangen wurden.

In Gambia akzeptierte die Regierung 2022 die Empfehlungen einer Kommission, die sich mit den Gräueltaten der Jammeh-Ära befasste. Die Behörden erklärten sich bereit, 70 Personen strafrechtlich zu verfolgen, darunter auch Jammeh, der im Januar 2017 ins Exil nach Äquatorialguinea flüchtete.

jmd/ma