Gastronomie: Wo ist die Kanzlerin ihr Tatar? Das Restaurant der hohen Politik

Vor 30 Jahren eröffnete Wolfram Ritschl das „Paris-Moskau“ im Niemandsland. Früher war an dem Ort ein Fernfahrerpuff. Heute tafelt man an schön eingedeckten Tischen

Wolfram Ritschl ist ein Phänomen. Auch eine relativ banale Frage wie die nach Geburtsort und -datum kann einen kaum zu fassenden Erguss an Informationen enzyklopädischen Ausmaßes zur Folge haben. Dabei überrascht der 1,90 Meter große Endfünfziger mit faszinierendem Detailwissen politischer und sozialer Zusammenhänge gepaart mit einer Portion schräg-trocken-hanseatischen Humors.

Also, geboren am 1. August 1960 in Hamburg-Bergedorf. Fünf Tage zuvor weihten der damalige Innensenator Helmut Schmidt und der äthiopische Kaiser Haile Selassi in eben jenem Bergedorf das damals modernste Krankenhaus der Stadt ein, in dem Ritschl das Licht der Welt erblickte. Es folgt ein detaillierter Exkurs über die Historie Äthiopiens, die Geschichte des Kaffees dort und im Jemen, sowie Ritschls Geschäftsverbindung zu einem äthiopischen Geschäftsmann, der eine Firma leitete, an der Ritschl beteiligt ist. Diese handelt unter anderem mit Kaffee, aber nicht äthiopischem. So viel zu Hamburg-Bergedorf.

Drei Zimmer für die Liebesdienst ganz oben

Von dort ging es 1970 mit Stiefvater und Mutter nach West-Berlin, genauer gesagt nach Tegel. Ende der 70er-Jahre studierte der Berliner Hanseat nach dem Abitur am Otto-Suhr-Institut Politikwissenschaften und an der FU Geschichte und Philosophie. Vier Jahre später kaufte er für 205.000 D-Mark die, so Ritschl, "verkeimte, abgeranzte Schultheiss-Klause" im West-Berliner Niemandsland am Ende der Straße Alt-Moabit, auf einem ehemaligen Reichsbahngelände. Eine Bierkaschemm...

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