Gauck-Verabschiedung: Was der Zapfenstreich für eine Bedeutung hat

Das militärische Zeremoniell wird durch die persönliche Musikwahl aufgelockert.

Nachdem Joachim Gauck am Freitag mit einem Großen Zapfenstreich aus seinem Amt verabschiedet worden ist, stellen sich gewiss viele Fragen, allen voran aber die, was eigentlich der Zapfen und was der Streich ist.

Zapfen und Streich

Offenkundig haben wir es hier mit einer Abendveranstaltung zu tun, einem militärischen Zeremoniell, das auf eine lange Tradition zurückgeht. Bereits im 16. Jahrhundert, zur Zeit deutscher Landsknechte also, wurde den vom Schlachtfeld zurückgekehrten, sich in ihrem Nachtlager nun den alkoholischen Genüssen hingebenden Söldnertruppen irgendwann der Zapfen geschlagen: Der Quartiermeister oder die Nachtwache bedeutete der Soldateska mit einem Streich – Schlag – ihres Säbels auf den Zapfhahn des Wein- oder Bierfasses, dass nun Schluss mit lustig ist. Bis zum Weckruf durften die Mannen das Lager  nicht mehr verlassen.

Wir können das Wort Zapfenstreich etwas freier als Nachtruhe, Schichtwechsel oder einfach Feierabend übersetzen. Dass Joachim Gauck mit diesem zeremoniellen Schlusspunkt verabschiedet wurde, scheint auf den ersten Blick also zu passen. Allerdings haben evangelische Friedensverbände schon ihre Enttäuschung darüber geäußert, dass sich der Pastor, der Gauck schließlich auch einmal gewesen sei, mit einem militärischen Brauch das ja eigentlich zivile Amt verlässt.

In diesem Zusammenhang erinnerte die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) an den früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, der 1974 auf den Großen Zapfenstreich verzichtete und seine Verabschiedung stattdessen auf einer Bootsfahrt feierte. Das wäre ein positives...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen