Gauland: Petry dividiert Partei künstlich auseinander

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland spricht im Potsdamer Landtag. Foto: Ralf Hirschberger

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland rügt den Antrag seiner Parteichefin Frauke Petry, mit dem sie auf dem Kölner Bundesparteitag in zwei Wochen eine Entscheidung über den künftigen Kurs erzwingen will.

Die Unterschiede in den strategischen Zielen zwischen ihm und Petry seien nicht so groß wie von Petry dargestellt. «Das ist ein künstliches Auseinanderdividieren eigentlich gar nicht so weit auseinanderliegender Positionen», sagte er dem «Tagesspiegel». Er sei etwa Petrys Meinung, dass die AfD auch Regierungsverantwortung übernehmen müsse, wenn sie stark genug sei.

Gauland äußerte die Vermutung, dass Petry mit dem Antrag «eine ideologische Basis» für den Ausschluss des wegen rechtsradikaler Äußerungen umstrittenen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke legen wolle. Partei-Vize Albrecht Glaser sagte dem Blatt: «Die spannende Frage ist, ob der Antrag beim Parteitag überhaupt auf die Tagesordnung kommt.»

Petry hatte einen Antrag zur «strategischen Ausrichtung der AfD» veröffentlich. Der Antrag, über den der «Stern» zuerst berichtete, wurde von Beobachtern als Kampfansage Petrys an ihre Rivalen in der rechtspopulistischen Partei gewertet. Die Delegierten sollen am 22. April in Köln über das Wahlprogramm und die Spitzenkandidatur entscheiden. Petry appelliert schon jetzt an sie, den von ihr formulierten Antrag für einen «realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei» zu unterstützen und der von einigen AfD-Funktionären vertretenen «fundamentaloppositionellen Strategie» eine Absage zu erteilen.

Antrag von Frauke Petry

Stern

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