Geborgene südkoreanische Unglücksfähre "Sewol" erreicht Hafen

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Die aus dem Meer geborgene südkoreanische Unglücksfähre "Sewol" hat am Freitag einen Hafen erreicht, wo Experten das Schiff unter die Lupe nehmen wollen. Fast drei Jahre nach Unglück, bei dem mehr als 300 Menschen ums Leben kamen, traf ein Spezialschiff mit der gehobenen "Sewol" an Bord im Hafen von Mokpo im Südwesten von Südkorea ein.

Die Fähre war in einer komplizierten Bergungsaktion gehoben und zu dem 105 Kilometer von der Unglücksstelle entfernten Hafen transportiert worden. Dort sollen Ermittler das Wrack untersuchen.

Die meisten Opfer des Fährunglücks waren Schulkinder. Neun Opfer werden bis heute vermisst. Ihre sterblichen Überreste könnten noch in dem Wrack liegen. "Ich sehe meine Tochter immer in meinen Träumen", sagte Park Eun Mi, deren Tochter Huh Da Yun zu den Vermissten gehört. Die Überreste der Vermissten müssten geborgen und ihren Familien zurückgegeben werden. Taucher sollen in den nächsten Wochen auch die Unglücksstelle absuchen.

Der Untergang der "Sewol" war Ermittlungen zufolge weitgehend durch menschliches Versagen verursacht worden. Die Fähre war überladen, das Personal unerfahren und in den drei Stunden, die der Untergang dauerte, gab es keine einzige Anordnung zur Evakuierung der "Sewol". Der Kapitän wurde mittlerweile wegen fahrlässiger Tötung zu lebenslanger Haft verurteilt, gegen 14 weitere Besatzungsmitglieder wurden Haftstrafen zwischen zwei und zwölf Jahren verhängt.

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