Gefährliche Erfindung? Schwedische Forscher könnten schon bald Bürgerkriege vorhersagen

Pembe Bilir
Violence Early Warning System

Präzise Vorhersagen könnten künftig Konflikte verhindern, bevor sie ein zerstörerisches Ausmaß annehmen. IT-Experten und Forscher arbeiten derzeit an Algorithmen, die regionale Echtzeitdaten verarbeiten und aussagekräftige Prognosen über mögliche Krisensituationen liefern können.

Harvard Hegre, Konfliktforscher an der Uppsala Universität in Schweden, ist einer von ihnen. Mit seinem Team hat er im vergangenen Jahr das Projekt Violence Early Warning System (Views) — ein Programm für detaillierte Konfliktvorhersagen auf dem afrikanischen Kontinent — ins Leben gerufen. Seit Juni dieses Jahres sind die gesammelten Daten des Projekts öffentlich einsehbar. 

Vorhersagen über einen Zeitraum von mehreren Jahren möglich

Um das Auftreten und den Verlauf künftiger Konfliktsituationen vorhersagen zu können, greift der für das Projekt eingesetzte Algorithmus auf Daten ähnlicher Fälle aus der Vergangenheit zurück. Auch Echtzeitdaten über die aktuelle Situation in den betrachteten Gebieten spielen eine Rolle. Dazu gehören auch der aktuelle Marktpreis für Lebensmittel oder internationale Berichterstattung über ethnische Konflikte.

Dargestellt werden die monatlichen Vorhersagen mithilfe eines Raster-Farbmodells. Hierfür wird der Kontinent in ein Raster aus 10.000 Quadraten, die jeweils eine Fläche von 2.500 Quadratkilometern einnehmen, zerlegt. Jedes dieser Quadrate wird der Gefahrenlage entsprechend unterschiedlich eingefärbt — dabei steht blau für weniger gefährlich und rot für eine hohe Konfliktgefahr. In einer tiefrot eingefärbten Region könnte also beispielsweise gewaltsame Proteste oder gar ein Bürgerkrieg drohen.

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