Gefährlicher Park: Mysteriöse Kojoten-Angriffe halten Vancouver in Atem

·Freie Autorin
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Von Erholung ist im beliebten Stanley Park im kanadischen Vancouver in letzter Zeit nicht viel zu spüren, denn dort häufen sich die Angriffe durch Kojoten, die Besuchern nachstellen und auch zubeißen. Experten stehen vor einem Rätsel.

Coyote in the wild
Normalerweise gibt es im Stanley Park nur sehr selten Probleme mit Kojoten - dies hat sich seit Dezember geändert (Symbolbild: Getty Images)

40 Kojoten-Angriffe hat es laut The Guardian seit dem Dezember 2020 im Stanley Park in Vancouver gegeben. Erst in der vergangenen Woche wurde ein 69-jähriger Mann bei einer Wanderung ins Bein gebissen. 

Tödlich ist keiner der Angriffe verlaufen, doch Experten wurden dennoch auf das Phänomen aufmerksam, denn die Zahl der Attacken ist ungewöhnlich hoch: Deren Zahl seit Dezember 2020 ist viermal so hoch wie in den vorherigen 30 Jahren zusammen. 

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In dem etwa 400 Hektar großen, dicht bewaldeten Park leben viele Wildtiere wie Stinktiere, Waschbären und geschätzt ein Dutzend Kojoten, doch Experten zufolge halten diese sich normalerweise von den Parkbesuchern fern. "In einem regulären Jahr gibt keinen Kontakt zwischen Menschen und Kojoten", sagt Nadia Xenakis, Wildtier-Koordinatorin der Stanley Park Ecology Society. Und wenn es zu Aggressionen käme, hätten diese in aller Regel mit der Brutzeit und der Verteidigung von Jungen zu tun. 

Ist Füttern der Kojoten das Hauptproblem?

Bislang sei nicht einmal klar, ob es nur ein einzelner Kojote ist, der die Menschen angreift, oder ob mehrere Tiere beteiligt sind. "Wir haben sechs Tiere eingeschläfert", sagte Yenakis dem Guardian. "Und wenn überhaupt, sind die Zahlen der Angriffe noch gestiegen." 

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Xenakis vermutet, dass es mehrere Gründe für die Attacken gibt. Als wahrscheinlichsten wird derzeit angesehen, dass Füttern der Tiere durch die Menschen die Kojoten zu sehr an menschliche Nahrung gewöhnt, was zu aggressivem Verhalten führt. Eine weitere Theorie besagt, dass bestimmte Bestandteile in dieser Nahrung und womöglich sogar Opioide eine Rolle spielen könnten. 

Plädoyer für umsichtigen Umgang mit den Tieren

Ob die Pandemie etwas mit den Angriffen zu tun hat, ist unklar. "Wir können unmöglich sagen, ob ein nie dagewesenes Ereignis mit einem anderen nie dagewesenen Ereignis zusammenhängt", sagte Xenakis. 

Ebenso unklar ist aktuell das weitere Vorgehen. Einige Bewohner Vancouvers fordern das Einschläfern weiterer Tiere, während andere den Schutz der Kojoten wollen. Xenakis plädiert in jedem Fall für ein umsichtiges Umgehen der Parkbesucher. "Ich glaube, dass es sowohl ein Tier- als auch ein Menschenproblem ist. Menschen müssen sich an die Regeln halten. Ich sehe jedes Mal, wenn ich im Park bin, wie sie gebrochen werden. Und wenn das so weitergeht, werden auch die Angriffe nicht aufhören."

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