Geflügelwirtschaft fordert Eier-Kennzeichnung auch für verarbeitete Produkte

Vor dem Osterfest haben Tier- und Verbraucherschützer eine Ausweitung des Kennzeichnungssystems von rohen Eiern auf alle eihaltigen Lebensmittel gefordert

Vor dem Osterfest hat die Geflügelwirtschaft eine Ausweitung der Kennzeichnung von Eiern auch auf eihaltige Lebensmittel gefordert. Auch auf Eiprodukten, gefärbten Eiern und auf weiterverarbeiteten eihaltigen Lebensmitteln "sollte künftig klar erkennbar sein, aus welcher Haltungsform und aus welchem Land die Eier stammen", sagte der Chef des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE), Günther Scheper, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag.

Verbraucher können bei frischen Eiern durch die Kennzeichnungspflicht erkennen, wie die Legehennen gehalten werden. Werden die Eier für Pudding, Kuchen oder Nudeln weiterverarbeitet, entfällt die Kennzeichnung. Auch die vor zum Osterfest erhältlichen vorgekochten und gefärbten Eier haben keinen Stempel.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte sich erst am Wochenende für eine Ausweitung der Kennzeichnung von Eiern ausgesprochen. Dabei empfahl er eine Kennzeichnung auch von gekochten und gefärbten Eiern. Eine Kennzeichnung auf verarbeiteten Lebensmitteln würde noch weiter gehen.

Der Verbraucherorganisation Foodwatch gehen die Angaben auf frischen Eiern indes schon nicht weit genug. Viele Eier stammten von "kranken Legehennen", ohne dass Verbraucher das erkennen könnten, kritisierte die Organisation am Montag. Der Stempel mit den Ziffern null bis drei informiere zwar über die formalen Haltungskriterien. Über Erkrankungen wie Brustbeinschäden, Wurmbefall oder Gelenkerkrankungen der Tiere sage das aber nichts aus.

Das Manko gelte für Bio-Eier ebenso wie für Eier aus Bodenhaltung, monierte Foodwatch. So erlitten in allen Betriebsformen Hennen häufig Knochenbrüche, da aufgrund der hohen Legeleistung viel Eierschale produziert werden müsse. Dies entziehe den Knochen Kalzium. Foodwatch forderte daher von der Bundesregierung auch verbindliche "Vorgaben für die Tiergesundheit".

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