Gegen Rechts und für Europa : Demo-Wochenende in Köln blieb friedlich

Drei Kundgebungen ohne Zwischenfälle am Wochenende in der Innenstadt

Banner, Megaphone, Trillerpfeifen – wer am Wochenende regelmäßig in der Innenstadt unterwegs ist, für den sind die zahlreichen Großdemonstrationen mitten im Einkaufstrubel ein gewohntes Bild. Am Samstag und Sonntag waren drei Kundgebungen angemeldet, insgesamt versammelten sich in der Innenstadt mehr als 800 Menschen, um zu protestieren: gegen Rechtspopulismus, für die Freiheit in Syrien, für Europa.

Gegen geplanten AfD-Bundesparteitag

Auf dem Heumarkt brachten am Samstagnachmittag rund 150 Teilnehmer ihren Protest gegen den am 22. und 23. April in Köln geplanten Bundesparteitag der AfD zum Ausdruck. Sie zogen durch die Innenstadt und über die Deutzer Brücke an die Deutzer Werft und forderten, die Stadt solle den rechtspopulistischen Inhalten der AfD keine Plattform bieten.

Entlang der Route brachten Aktivisten ein großes Plakat mit der Aufschrift „Den AfD-Parteitag in Köln verhindern“ an der Begrenzung der KVB-Trasse an. Die Polizei entfernte den Schriftzug, der Verkehr wurde nicht beeinträchtigt.

Die Beamten sicherten auch das Maritim-Hotel, vor dem die Demonstration gegen 17 Uhr endete. Obwohl die Kette einzelnen Politikern in ihren Häusern Hausverbot ausgesprochen hat, soll der Parteitag im Kölner Hotel durchgeführt werden.

Friedlich demonstriert

„Es war insgesamt ruhig, die Teilnehmer haben friedlich demonstriert“, sagte ein Polizeisprecher. Das antifaschistische Bündnis „Köln gegen Rechts“ hatte im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages zur Demo aufgerufen – aufgrund des kräftigen Regens hatten die Organisatoren aber weitgehend auf Zwischenkundgebungen verzichtet.

Ebenfalls für Samstag hatte die Initiative „Refugee Info and Assistance“ (RIA) deutschlandweit zu Demonstrationen unter dem Motto „Sechster Jahrestag der Revolution – Für die Freiheit in Syrien“ aufgerufen. 500 Teilnehmer hatten die Organisatoren angekündigt, die von 18 bis 21 Uhr vom Roncalliplatz über die Deutzer Brücke ziehen wollten.

„Vielleicht lag es am schlechten Wetter, es waren jedenfalls doppelt so viele Polizisten wie Versammlungsteilnehmer vor Ort“, sagte der Polizeisprecher. Lediglich rund 50 Demonstranten waren dem Aufruf gefolgt. Das führte auch dazu, dass die Gruppe aus dem geplanten Marsch spontan eine Standkundgebung machte – die gegen 19.30 frühzeitig beendet wurde. Auch hier blieb es der Polizei zufolge ruhig und friedlich.

Deutlich lauter, allerdings ebenso friedfertig wie die beiden Veranstaltungen am Tag zuvor, gestaltete sich die Versammlung Hunderter Menschen am Sonntagmittag in Köln. Im Namen der Initiative „Pulse of Europe“ liefen rund 600 Teilnehmer vom Bahnhofsvorplatz zum Rhein, über Heumarkt, Neumarkt und schließlich zurück zum Dom. Die Kampagne organisiert die Aufmärsche seit mehreren Wochen immer sonntags in mehreren europäischen Städten.

Die Organisatoren wollen ein „Zeichen gegen den drohenden Zerfall“ der Europäischen Union setzen. Zum Abschluss jeder Veranstaltung formen die Demonstranten eine Menschenkette als Symbol für den Zusammenhalt. Auch in den kommenden Wochen sollen Demonstrationen in Köln stattfinden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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