Gegen unerkannten Bluthochdruck hilft Messen am besten

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Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Bluthochdruck betrifft Millionen von Menschen. Und viele wissen vermutlich nicht mal davon. Das Tückische ist, dass er sich oft gar nicht durch Beschwerden wie Schwindel oder Kopfweh bemerkbar macht. Obwohl womöglich schon Organe wie das Herz geschädigt wurden. Davor warnt die Deutsche Herzstiftung.

Umso wichtiger sei die Vorbeugung. Jeder sollte seinen Blutdruck kennen. Mit Blick auf das Alter empfiehlt die Patientenorganisation, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zu messen oder von ärztlicher Hand messen zu lassen. Bei familiärer Vorbelastung seien routinemäßige Blutdruck-Untersuchungen schon früher sinnvoll.

Regelmäßig messen

Blutdruckmessen sei die «beste Vorsorge». Nur wie oft ist das notwendig? Selbst bei optimalen Werten unter 120 mmHg/80 mmHg sollte man ihn alle fünf Jahre checken lassen. Bei normalen Werten (120-129 mmHg/80-84 mmHg) sinkt das empfohlene Intervall auf drei Jahre. Liegt der Blutdruck im hochnormalen Bereich von 130-139 mmHg/85-89 mmHg ist mindestens einmal im Jahr eine Messung ratsam.

Ab dauerhaften Werten von 140 und/oder 90 mmHg oder mehr spricht man von Hypertonie, also Bluthochdruck. In dem Fall sollte man den Blutdruck regelmäßig auch zu Hause messen. Wichtig: Auch unter diesen Werten kann das Risiko für bestimmte Folgeerkrankungen schon erhöht sein. Wann eine Behandlung angeraten ist, sollten Medizinerinnen und Mediziner einschätzen.

Wie sind Zahlen wie 120/80 mmHG zu verstehen?

Der erste Wert gibt den systolischen Blutdruck an. Das ist der Druck beim Herzschlag, wenn das Blut in die Gefäße gepumpt wird. Der zweite Wert ist der diastolische Blutdruck. Das ist der Druck auf die Gefäße, wenn der Herzmuskel erschlafft. mmHG steht für die Messeinheit Millimeter Quecksilbersäule.

Es kann auch nur einer der beiden Werte zu hoch sein. Bei Menschen über 70 Jahre beispielsweise ist laut Herzstiftung am häufigsten nur der systolische Blutdruck erhöht. In der Fachsprache bezeichnet man das als isolierte systolische Hypertonie. Ein Grund dafür ist die verminderte Elastizität der Gefäße im Alter.

Gesunder Lebensstil als natürlicher Blutdrucksenker

Es gibt viele Risikofaktoren für Bluthochdruck. Neben Alter und familiärer Veranlagung zählen Übergewicht, zu wenig Bewegung, zu viel Kochsalzkonsum, erhöhter Alkoholkonsum, Rauchen und Stress dazu. Mit Blick auf den Beruf gilt: Körperliche harte Arbeit, psychische Belastungen und Lärm können den Blutdruck steigen lassen.

Daraus lässt sich auch ableiten, wie sich der Blutdruck senken lässt: Mit dem Dreiklang aus Bewegung, Entspannung und gesunder Ernährung. Dazu kommen Rauchverzicht und ein allenfalls maßvoller Alkoholkonsum.

Natürlich helfen Medikamente bei Bluthochdruck, aber ein gesunder Lebensstil sollte laut Herzstiftung die Grundlage der Therapie sein. Und auch wenn der Blutdruck noch in normalen oder gar optimalen Sphären ist, sollte man die Hinweise beherzigen - damit das so bleibt.

Einen spürbaren Effekt kann das Abnehmen haben. Rund fünf Kilo weniger lassen den systolischen Blutdruck im Mittel um bis zu 5 mmHg sinken, und den diastolischen Blutdruck um bis zu 3-4 mmHg, schreibt die Herzstiftung mit Verweis auf entsprechende Studien. Diese Werte seien durchaus mit der Wirkung von Medikamenten zu vergleichen.

Mit Blick auf den Taillenumfang gilt: Männer sollten weniger als 102, Frauen weniger als 88 Zentimeter anstreben.

Der «stille Killer»

Warum ist das Bemühen wichtig? Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche: Für alle diese Erkrankungen erhöht ein nicht gut eingestellter Blutdruck das Risiko. Weitere mögliche Folgen sind Schäden an Hirngefäßen verursachen und damit die Hirnfunktion beeinträchtigen, zeigt eine neue Studie, an der mehrere deutsche Forschungsinstitute beteiligt waren. Demenz ist eine mögliche Folge davon.

Weil der Bluthochdruck oft so lange beschwerdefrei verläuft, bezeichnet die Herzstiftung ihn auch etwas martialisch als «stillen Killer».

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