Gülen-Anhänger: Über 60 Berliner stehen auf der türkischen Spionage-Liste

Der türkische Geheimdienst bespitzelt mutmaßliche Anhänger des Predigers Fetullah Gülen. Mit ihnen wurden Sicherheitsgespräche geführt.

Neue Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass die sogenannte Gülen-Liste des türkischen Geheimdienstes MIT umfangreicher ist, als gedacht. Es gebe einen deutlichen Anstieg der Anzahl von Personen und Institutionen, die mit der Liste in Zusammenhang gebracht werden müssen, teilte die Polizei mit. Insgesamt seien mehr als 60 Personen und Institutionen mit Berlin-Bezug identifiziert worden. Bislang war von 25 Berlinern die Rede. Über 40 Sicherheitsgespräche seien bislang nach der Verifizierung der Informationen mit Betroffenen geführt worden, weitere sollen folgen.

Im März ist bekannt geworden, dass der türkische Geheimdienst mutmaßliche Anhänger des von Fetullah Gülen in Deutschland beschattet. Die türkische Regierung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 verantwortlich.

Warnung statt Amtshilfe

In Berlin gehören nach Informationen der Berliner Morgenpost auch Schulen, Kindertagesstätten und Stiftungen zu den ausspionierten Zielen. Die Liste ist dem BND-Präsidenten Bruno Kahl vom türkischen Geheimdienst wohl in der Hoffnung auf Amtshilfe ausgehändigt worden. Stattdessen wurden die Betroffenen gewarnt. Auch eine CDU-Politikerin aus dem Berliner Abgeordnetenhaus gehört dazu.

Nicht in allen Fällen seien die in der Liste erfassten teilweise nur rudimentär vorhandenen Daten dazu geeignet, eine eindeutige Identifizierung der Personen zu gewährleisten, teilen die Ermittler mit. Es sei überdies erforderlich, Abstimmungen mi...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen