Geheimnis um Kunstdiebstahl gelüftet

Das Geheimnis um den Kunstdiebstahl aus einem ukranischen Museum während des Zweiten Weltkriegs konnte gelüftet werden. Das Ölgemälde galt als zerstört. Holocaust-Überlebende aus den USA haben die Rückgabe an die Ukraine ermöglicht.

Jahrzehnte hing das massive Gemälde, das den berühmten russischen Zaren Iwan den Schrecklichen zeigt, in einem Haus in Connecticut, USA. Dort wechselte mit jedem Verkauf des Hauses auch das sperrige Bild seinen Besitzer.

Das sperrige Bild wechselte mit jedem Hausverkauf seinen Besitzer

Gabby und David Tracy, die zuletzt in dem Haus wohnten, ahnten nichts von der besonderen Geschichte ihres Gemäldes. 2017 lösten sie ihren Haushalt auf, um in ein Altenheim zu ziehen, und gaben unter anderem das Gemälde von Iwan dem Schrecklichen an das Auktionshaus Potomack.

Elizabeth Haynie Wainstein, Inhaberin des Auktionshauses: "In der Hoffnung, mehr über das Gemälde und den Hintergrund des Künstlers zu erfahren, entdeckte man ein russisches Dokument. Aus diesem ging hervor, dass das Bild während des Zweiten Weltkriegs aus einem Museum verschwunden war."

Kunsthistoriker Anne Craner stellte fest, dass es sich bei dem Gemälde um Michail N. Panins "Geheime Abreise von Iwan dem Schrecklichen vor der Oprichnina" handelte, das im damaligen Kunstmuseum der Stadt Jekaterinoslaw verschwand. Laut Behörden war der frühere Besitzer des Gemäldes ein Mann, der 1946 aus der Schweiz in die USA emigriert war und während des Krieges in der Schweizer Armee gedient haben könnte. Der Mann sei inzwischen gestorben.

Am Montag wurde das Kunstwerk nach Jahrzehnten in den USA an den ukrainischen Botschafter Valeriy Chaly übergeben.

Die Holocaust-Überlebende Gabby Tracy:

"Ich wurde in der Tschechoslowakei geboren. Von dort flohen wir und gingen nach Ungarn. Und als der Krieg schließlich vorbei war, wurden wir von den Russen befreit. So haben wir überlebt und kamen 1947 als Flüchtlinge nach Amerika."

Sie sei überglücklich, es dem ukrainischen Volk zurückgeben zu können, sagt Gabby Tracy. Sie hoffe, eines Tages dorthin reisen und das Bild im Museum besuchen zu können.