Es geht um Audio-Patente - 100-Millionen-Betrug: BR stellt Strafanzeige

Christoph Elzer

Es klingt geradezu unglaublich: Der eigene Patentanwalt soll das Institut für Rundfunktechnik (IRT), die Forschungsabteilung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, um mindestens 100 Millionen Euro betrogen haben.

München – Seit Mitte der Fünfziger entwickelt man beim IRT neue Technologien für Radio und Fernsehen und seit Mitte der Siebziger sorgte Anwalt K. dafür, dass die dabei erlangten Patente auch ordentlich Geld abwarfen. Allerdings wohl zu einem guten Teil in seine eigene Tasche, wie nun interne Ermittlungen des BR ergaben, der Gesellschafter des IRT ist.

Im Lauf der Jahre hat das IRT einige weltweit richtungsweisende Erfindungen gemacht, unter anderem rund um den Videotext, das Blue-Screen-Verfahren oder die MPEG-Audiocodierung. Insbesondere dieses Patent war und ist eine regelrechte Lizenz zum Gelddrucken, denn die MPEG-Audiokompression ist seit Jahrzehnten der Standard für digitale Musik. Ihr bekanntester Ableger ist das MP3-Format.

All diese Lizenzen bringen Jahr für Jahr Millionen ein. Einen gewaltigen Teil dieser Einnahmen bekam das Institut mit Sitz in Freimann allerdings nie zu sehen. Still und heimlich hatte der Anwalt  mit Verwertungsgesellschaften Verträge geschlossen, die einen großen Teil der Lizenzeinnahmen auf seinem Konto landen ließen. Und als die Technologie sich immer weiter entwickelte, digitale Musik immer populärer wurde und dementsprechend immer mehr Hersteller von Audiogeräten die Technologie lizensierten, stiegen die Einnahmen der Verwertungsgesellschaften und des Anwalts kontinuierlich an – nur für das IRT zahlte sich dieser Boom kaum aus.
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